ThemaKrieg gegen den TerrorRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
07.09.2002
 

Terror-Verdacht in Heidelberg

Festgenommene planten Anschlag auf US-Supermarkt

Die beiden in der Nähe von Heidelberg festgenommenen Terror-Verdächtigen planten offenbar einen Bomben-Anschlag auf einen US-Supermarkt in Heidelberg. Nach Erkenntnissen der Ermittler warnte die Verlobte des 25-jährigen Türken eine Freundin, sie solle sich von dem Anschlagsziel fernhalten.

Das US-Hauptquartier in Heidelberg
DPA

Das US-Hauptquartier in Heidelberg

Stuttgart - Nach Recherchen des SPIEGEL waren die Ermittler erst durch die Warnung der Festgenommenen auf die Spur des mutmaßlichen Terror-Pärchens gekommen. Demnach hatte die 23-jährige Astrid E., die sowohl die deutsche als auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt, kurz vor der Festnahme gegenüber einer ihrer Freundinnen zuerst Bewunderung für den mutmaßlichen Terror-Fürsten Osama Bin Laden geäußert.

In dem Gespräch warnte sie die Freundin zugleich, sie solle sich von dem US-Supermarkt in Heidelberg, in dem die jetzt festgenommene Frau als Verkäuferin arbeitet, fernhalten. Dort werde bald etwas passieren. In dem Supermarkt kaufen viele der in Heidelberg stationierten 16.000 US-Soldaten und ihre Familien ein.

Beim Chemie-Mischen erwischt

Nachdem sich die Freundin an die US-Militärpolizei gewandt hatte, alarmierten diese die deutsche Polizei, die sofort die Ermittlungen aufnahm. Am Donnerstag stürmte sie die Wohnung des 25 Jahre alten Türken Osman P. und seiner 23 Jahre alten Freundin Astrid E. Nach Informationen der "Bild" soll die Polizei den Mann dabei erwischt haben, wie er auf dem Balkon mit Chemikalien hantierte.

In der Wohnung des Mannes im dritten Stock eines Mehrfamilienhauses fanden die Beamten ein ganzes Lager an Chemikalien, die nach Angaben des baden-württembergischen Innenministeriums zum Bau von Bomben geeinigt sind. Nach Angaben der Polizei soll der Mann als Lagerarbeiter in einem Chemiewerk in Karlsruhe gearbeitet haben. Nachbarn war das Pärchen nach übereinstimmenden Aussagen nie als radikal oder amerikafeindlich aufgefallen. In der Umgebung der Wohnung wohnen viele Angehörige der US-Streitkräfte.

Bild von Bin Laden gefunden

Ebenso entdeckten die Fahnder ein Bild von Bin Laden und fünf bereits fertiggestellte Rohrbomben. Am Freitagabend wollte sich der Landesinnenminister Thomas Schäuble noch nicht zu möglichen Anschlagszielen äußern. "Wir haben Vermutungen, dass mit den aufgefundenen Sprengsätzen Anschläge auf militärische Einrichtungen in Heidelberg und auf die dortige Innenstadt durchgeführt werden sollten", sagte er. Als mögliches Datum für den geplanten Anschlag nannte Schäuble den 11. September.

Der Mann scheine ein Anhänger von Bin Laden zu sein, hieß es. Er sei ein strenggläubiger Muslim, der Amerikaner und Juden hasse. "Es wird nun um die Frage gehen, ob es ein Einzeltäter ist oder ob es hier Strukturen gibt", sagte der CDU-Politiker. Bayerns Innenminister Günther Beckstein sagte am Samstag überraschend, dass es sich offenbar um eine Gruppe handele. Es sei kaum vorstellbar, so Beckstein, dass Osman P. die Tat allein geplant habe. Innenminister Otto Schily widersprach seinem bayerischen Kollegen. Nach allem, was er wisse, handele es sich um einen Einzeltäter, sagte Schily im Radio.

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Deutschland
alles zum Thema Krieg gegen den Terror

© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP