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20.09.2002
 

Umstrittene Äußerungen

Däubler-Gmelin weist alle Vorwürfe zurück

Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin hat einen Bericht des "Schwäbischen Tagblatts", wonach sie US-Präsident Georg W. Bush mit Hitler verglichen habe, in Bausch und Bogen zurückgewiesen.

Däubler-Gmelin: "Ich habe dieses alles völlig klar zurückgewiesen"
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DDP

Däubler-Gmelin: "Ich habe dieses alles völlig klar zurückgewiesen"

Tübingen/Berlin - Vor der Bundespressekonferenz sagte die Ministerin, sie selbst habe solche Äußerungen nie gemacht. In einem Gespräch mit Gewerkschaftern sei unter anderem darüber diskutiert worden, dass das Muster mit Kriegen von innenpolitischen Problemen abzulenken bekannt sei. Sie selbst habe in der lebhaften Diskussion etwas gesagt wie "das kennen wir aus unserer eigenen Geschichte - seit Adolf Nazi". Als dann jedoch jemand einen Vergleich zwischen Bush und Hitler habe herstellen wollen, habe sie sofort nachgehakt und klargestellt, es müsse klar sein, dass die amerikanische Regierung nicht mit den Nazis gleichgestellt werden dürfe.

Die Ministerin wies zudem Medienberichte zurück, wonach ihre Zitate im Nachhinein von ihr autorisiert worden seien. Eine Autorisierung habe es nie gegeben, sagte Däubler-Gmelin.

Das Weiße Haus hatte sich zuvor empört gezeigt; die Union hatte ihre Entlassung gefordert.

Nach Angaben des "Schwäbischen Tagblatts" hat die Ministerin ein Zitat persönlich autorisiert, aus dem hervorgeht, dass sie die Methoden Bushs mit denen der Nazis verglichen habe. Das schrieb Chefredakteur Christoph Müller in einem Beitrag für die Freitagausgabe des Blatts. Gleichzeitig bekräftigte er, dass mehrere Zeugen die Äußerung bestätigt hätten.

Am Donnerstag hatte das Blatt berichtet, Däubler-Gmelin habe bei einer Diskussion mit Gewerkschaftern in Derendingen zur Irak-Politik Bushs gesagt: "Bush will von seinen innenpolitischen Schwierigkeiten ablenken. Das ist eine beliebte Methode. Das hat auch Hitler schon gemacht." Damit wolle sie aber auf keinen Fall Bush mit Hitler vergleichen, habe sie betont, als einige Zuhörer raunten. "Ich habe Bush nicht mit Hitler gleichgesetzt", wurde sie zitiert.

Nach Angaben Müllers kontaktierte die Ministerin anschließend den Redakteur Michael Hahn, der an der Veranstaltung teilgenommen hatte, und autorisierte genau diesen Wortlaut der Äußerung. "Wörtlich so hat es Hahn aufgeschrieben und ihr nochmals langsam vorgelesen", schrieb Müller.

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