Im SPIEGEL-Haus an der Hamburger Brandstwiete herrscht Trauer und Bestürzung über den Tod des Herausgebers und Gründers. Die stellvertretenden Chefredakteure Martin Doerry und Joachim Preuß informierten sofort die Redaktion. "Es ist, als wäre ein Vater gestorben", beschreibt Preuß seine Gefühle. Chefredakteur Stefan Aust erreichte die Nachricht in Hanoi, wo er sich zu einem Interview mit dem vietnamesischen Ministerpräsidenten Phan Van Kai treffen wollte. Sofort nach Erhalt der Nachricht trat er die Rückreise an.
Im SPIEGEL-Haus arbeiten die Redakteure nun trotz der Trauer fieberhaft an der neuen Ausgabe, die in weiten Teilen Rudolf Augstein gewidmet sein wird. Vorbereitet hatte die Redaktion nichts: "Es gibt Dinge, die kann man nicht vorbereiten, die will man nicht vorbereiten", sagt Preuß.
Über die zukünftige Ausrichtung des Blattes herrscht in der Redaktion Einigkeit: "Wir werden den SPIEGEL im Sinne Rudolf Augsteins weiterführen, nach seinen Grundsätzen und Vorstellungen: investigativ und kritisch gegenüber den Mächtigen", sagt Doerry.
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