Mittwoch, 10. Februar 2010

Politik



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19.11.2002
 

Bauwagenplatz-Räumung

Randale bei Anti-Schill-Protest in Sankt Pauli

Mit der Räumung des Bauwagenplatzes "Bambule" hat der Hamburger Senat offenbar in ein Wespennest gestochen. Seit zwei Wochen halten Demonstranten die Polizei auf Trab. Am Montag lieferten sich mehrere hundert Schill-Gegner erneut Straßenschlachten mit der Polizei.

Bambule-Demo: Nach dem Fußballspiel FC St. Pauli gegen 1. FC Köln versammelten sich Gegner des Mitte-Rechts-Senats
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DDP

Bambule-Demo: Nach dem Fußballspiel FC St. Pauli gegen 1. FC Köln versammelten sich Gegner des Mitte-Rechts-Senats

Hamburg - Polizisten wurden mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern beworfen, parkende Autos beschädigt sowie Hindernisse aufgebaut und angezündet. Die Polizei, die mit 700 Beamten vor Ort war, setzte Wasserwerfer und Schlagstöcke ein und nahm 269 Personen vorübergehend in Gewahrsam. Außerdem nahm sie fünf der Randalierer vorläufig fest, denen sie Landfriedensbruch vorwirft.

Nach dem Fußballspiel Sankt Pauli gegen Köln hatten sich laut Polizei rund 1000 Personen gesammelt, um wie schon am Wochenende gegen die Räumung des Bauwagenplatzes "Bambule" und die Politik von Innensenator Ronald Schill zu demonstrieren. Die Gruppe meldete einen Aufzug an, hielt sich aber nicht an die mit der Polizei vereinbarte Route, woraufhin der Versammlungsleiter den Aufmarsch beendete.

Trotzdem zogen die teils alkoholisierten Demonstranten weiter geschlossen - später in größeren Gruppen - durch den Stadtteil Sankt Pauli Richtung Reeperbahn, wobei es immer wieder zu Zusammenstößen mit der Polizei kam. Gegen 2 Uhr beruhigte sich die Lage "insbesondere durch den konsequenten Einsatz von starken Polizeikräften", wie es am Dienstag in der Polizeimitteilung hieß.

"Die Büchse der Pandora geöffnet"

Bereits am Wochenende war es in Hamburg zu schweren Krawallen gekommen. Schill erklärte daraufhin in der Tageszeitung "Die Welt": "Die Polizei hatte die Gewalt in Hamburg noch nie so gut im Griff wie am Wochenende." Das, was sich jetzt abspiele, sei mit Hafenstraßenszenen oder den Krawallen rund um das Autonomenzentrum Rote Flora nicht zu vergleichen: "Wir haben den Chaoten letztendlich die Lust an Randale genommen und hatten den Aufzug von Anfang bis zum Schluss hundertprozentig souverän im Griff", betonte Schill.

Im Konflikt um die Räumung des Bauwagenplatzes "Bambule" hat die GAL-Fraktion dem Hamburger Senat vorgeworfen, "keine politischen Lösungen anzubieten und damit die Eskalation zu schüren". Mit seiner "aktiven Vertreibungspolitik" habe der Senat die "Büchse der Pandora" geöffnet, sagte Fraktionschefin Christa Goetsch. Sie rief Bürgermeister Ole von Beust zu erneuten Verhandlungen mit der Gruppe auf. "Sonst haben wir in Hamburg bald einen Dauerkonflikt, der sich noch verschärfen wird", warnte Goetsch.

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