Hamburg - In der Innenministerkonferenz ergriff der Rechtsaußen am Donnerstag das Wort: Man sei doch wohl einig darüber, dass die deutsche Polizei jetzt so schnell wie möglich jenes geheimnisvolle Mittel bräuchte, das die russischen Spezialeinheiten beim Sturm auf das Moskauer Musical-Theater am 26. Oktober eingesetzt hatten. Bei dem Sturm auf das Gebäude war vermutlich ein Gemisch auf Fentanyl-Basis verwendet worden, das 129 Menschen das Leben kostete. Bei seinen Ministerkollegen stieß der Vorschlag auf betretenes Schweigen.
In Hamburg hingegen hat Schill bereits seine Beamten beauftragt herauszubekommen, welchen Stoff die Russen benutzten. Außerdem soll die Polizeiführung prüfen, ob und unter welchen Bedingungen so ein Betäubungsmittel für Sondereinsatzkommandos sinnvoll sei. "Wir müssen auch in Deutschland auf eine Lage vorbereitet sein, die mit herkömmlichen Mitteln unüberwindbar erscheint", sagte Schill. Der Stoff habe sich als "ideales Mittel" erwiesen, Todesfälle wie in Moskau müssten jedoch verhindert werden. Sollte Russland nicht bereit sein zu liefern, müsse es eben in Deutschland entwickelt werden. Schill: "Das muss unbedingt in Angriff genommen werden. Wir können nicht bis zur nächsten Geiselnahme warten."
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