Von Georg Mascolo und Holger Stark
Berlin - Die Islamisten aus Berlin, die Ende vergangener Woche vorübergehend von der Bundesanwaltschaft unter Terror-Verdacht festgenommen worden waren, haben offensichtlich gute Verbindungen in die Botschaft Saudi-Arabiens gehabt. Bei den Ermittlungen stieß das Bundeskriminalamt auf Kontakte zu einem Mitarbeiter der saudischen Botschaft namens Mohammad J. Fakihi. Fakihi sei persönlich bei Treffen mit den Verdächtigen in der Berliner al-Nur-Moschee gewesen, heißt es.
Nachdem das Auswärtige Amt die saudische Botschaft am vergangenen Wochenende mit den Ermittlungsergebnissen konfrontiert hatte, zog die Botschaft den offiziell als Attaché in Berlin akkreditierten Diplomaten zurück. Er flog noch am Sonntag von Berlin-Tegel über Frankfurt nach Riad.
Der Name Mohammad J. Fakihi war den deutschen Behörden bereits früher im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen das al-Qaida-Netzwerk aufgefallen - allerdings ohne ihm konkrete Taten nachweisen zu können. So fanden Fahnder bei den Ermittlungen zu den Attentätern des 11. September seine Visitenkarte bei der Durchsuchung der Wohnung des mittlerweile zu 15 Jahren verurteilten Mounir el-Motasadeq. Erst nach mehrfacher Mahnung beantwortete die saudische Regierung ein Rechtshilfeersuchen aus Berlin.
Im Mittelpunkt stand damals die Frage, ob Fakihi Kontakt zu Motasadeq hatte. Die Saudis bestritten das. Als sonderlich glaubwürdig wurde diese Auskunft von den deutschen Behörden allerdings nicht eingeschätzt. Den sechs Männern aus Berlin-Neukölln aus dem Umfeld der al-Nur-Moschee wirft die Bundesanwaltschaft vor, sie hätten einen Selbstmordanschlag aus Protest gegen den Irak-Krieg geplant und arabische Studenten für weitere Anschläge rekrutieren wollen. Ein Tunesier, bei dem die Beamten eine scharfe Waffe gefunden hatten, sitzt derzeit in Untersuchungshaft, die anderen Männer wurden nach einer Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt.
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