München - Nach der Umfrage des Münchner Meinungsforschungsinstituts "polis" im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur verfolgen 87 Prozent der Deutschen regelmäßig die Kriegsberichterstattung in den Medien. Beinahe jeder Sechste (15 Prozent) beteiligt sich nach eigenen Angaben an Demonstrationen gegen den Irak-Krieg. Unter den Jugendlichen zwischen 14 und 19 geht demnach sogar jeder Dritte (34 Prozent) zu Anti-Kriegs-Protesten. Mit 19 Prozent sind die Ostdeutschen etwas protestfreudiger als die Westdeutschen (14 Prozent).
Menschen über 60 Jahre wollen derzeit zu 30 Prozent nichts von "Gute-Laune-Veranstaltungen" wissen. Beim Bevölkerungsdurchschnitt sind es 21 Prozent, die sagen, sie lehnen "öffentliche Ereignisse mit Spaßcharakter während des Krieges ab". Immerhin 8 Prozent der Befragten denken "an nichts anderes mehr als an diesen Krieg", bei den Über-60-Jährigen sagen dies sogar 16 Prozent. Die Bilder und Berichte vom Krieg bedrücken vor allem die ältere Generation: 18 Prozent der Befragten über 60 Jahre geben an, dass ihr Alltag komplett vom Irakkrieg bestimmt wird. Nur 3 Prozent der Deutschen sehen ihr Leben durch den Irakkrieg in keiner Weise beeinflusst.
Neben der Tourismusbranche müssen auch die Gastronomen in Deutschland und der Handel mit weniger Konsum in Zeiten des Krieges zurecht kommen. Bei den 35- bis 54-Jährigen gehen 11 Prozent weniger häufig aus (insgesamt: 9 Prozent). Jeder Zehnte in Deutschland gibt an, US-amerikanische Produkte zu boykottieren, bei den 35- bis 54- Jährigen sind dies sogar 15 Prozent.
Polis hatte vom 25. bis zum 27. März, also Mitte bis Ende der ersten Kriegswoche, im Auftrag der dpa 1063 Menschen in Ost- und Westdeutschland befragt.
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