Berlin - Bei den Zusammenstößen im Stadtteil Prenzlauer Berg sind nach offiziellen Angaben 29 Polizisten verletzt worden, einer von ihnen schwer. Auch auf der Seite der Demonstranten gab es zahlreiche Verletzte. 97 Personen wurden festgenommen, ihnen wird zumeist Landfriedensbruch vorgeworfen.
Nach einem Straßenfest hatten gewalttätige, vermummte Jugendliche am Mauerpark mit den Krawallen begonnen. Sie warfen nach Polizeiangaben Flaschen und Steine gegen die Beamten und schossen Leuchtraketen ab. Die Polizei ging mit einem massiven Aufgebot vor und löste mit Tränengas, Wasserwerfer und Schlagstöcken die Ansammlung im Park auf. Dort hatten zunächst mehrere tausend Menschen friedlich gefeiert.
Straßenschlacht bis zum Morgengrauen
Gegen 2.00 Uhr sammelten sich dann in der Nähe der Kulturbrauerei an der Schönhauser Allee erneut Randalierer. Sie schlugen die Scheiben zweier Banken ein, zündeten ein umgeworfenes Toilettenhäuschen an und attackierten Polizeiautos mit Flaschen.
Auch hier fuhr die Polizei mit Wasserwerfern auf und sperrte Straßen weiträumig ab. Beim Abdrängen der Gewalttäter hinterließen diese eine Spur der Verwüstung - Schaufensterscheiben gingen zu Bruch, Autos wurden demoliert. Die Polizei nahm mehrere Gewalttäter fest. Die Auseinandersetzungen mit der Polizei dauerten bis in die frühen Morgenstunden an. Die Polizei schätzte die Lage inzwischen aber als inzwischen ruhig ein.
Sorge vor NPD-Demo
Die Berliner Einsatzkräfte wurden von Polizisten aus anderen Bundesländern unterstützt. Allein in der Nacht waren rund 2500 Beamte im Einsatz. Im Vorjahr war es trotz einer Deeskalationsstrategie der Polizei zu massiven Ausschreitungen gekommen. Bei Krawallen am 1. Mai und in der Walpurgisnacht wurden 101 Beamte verletzt. Jugendliche hatten sich Straßenschlachten mit der Polizei geliefert und brennende Barrikaden errichtet.
Besonderes Augenmerk richtet die Polizei nach eigenen Angaben nun auf einen Aufmarsch der NPD am Donnerstagvormittag. Linke Gruppen haben bereits Gegenveranstaltungen angekündigt. Für den späten Nachmittag ist die traditionelle "Revolutionäre-1.-Mai-Demonstration" geplant, bei der es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Ausschreitungen kam.
"Scharmützel im Ansatz unterbinden"
Die Polizei setze auf eine "Strategie der ausgestreckten Hand", sagte Polizeipräsident Dieter Glietsch vor dem Tag der Arbeit. Gewaltbereite sollten aber wissen, dass es auch in diesem Jahr keine polizeifreien Räume gebe. Dennoch sei das massive Polizeiaufgebot keine Garantie für einen friedlichen Verlauf: "Gegen kriminelle Gewalt gibt es keine Patentrezepte". Seit 1987 hat es in Berliner keinen 1. Mai ohne Krawalle gegeben.
Auch in Hamburg kam es am Vorabend des 1. Mai zu kleineren Ausschreitungen. Nach einer Kundgebung in Altona sind nach Polizeiangaben mehrere kleinere Gruppen in Richtung Reeperbahn unterwegs gewesen, dabei kam es zu vereinzelten Auseinandersetzungen. "Die Strategie der Polizei ist es, solche Scharmützeln im Ansatz zu unterbinden", sagte eine Polizeisprecherin. Insgesamt wurden 75 Demonstranten vorläufig in Gewahrsam genommen, drei Personen wurde wegen Körperverletzung festgenommen.
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