Schröder, Lafontaine: Die Sticheleien gehen weiter
Rom - Lafontaine sagte gegenüber der römischen Tageszeitung "La Repubblica", es gebe "interessante historische Parallelen" zu seiner Nichteinladung zu den 140-Jahr-Feiern der SPD. "Während des Stalinismus' wurde Trotzki von den offiziellen Fotos weg retuschiert. Heute wendet Schröder die gleiche Methode an, indem er mich nicht zum Parteifest einlädt."
Auf der Einladungskarte zur 140-Jahr-Feier der SPD am 23. Mai im Berliner Tempodrom sind Köpfe von SPD-Vorsitzenden abgedruckt: Schröder, Brandt, Bebel, Lassalle. Das Konterfei Oskar Lafontaines fehlt auf der Karte.
Lafontaine, der für viele den linken Flügel der SPD repräsentiert, kommentierte Schröders Politik in "La Repubblica" mit den Worten: "Es reicht nicht, gegen die Kriege von Bush zu sein, um links zu sein."
Mit der Schröder-Stalin-Nummer hat Lafontaine erneut zu einem gewagten historischen Vergleich gegriffen. Jüngst hat er Parallelen zwischen der Politik des derzeitigen SPD-Vorsitzenden und der des Kanzlers Brüning am Ende der Weimarer Republik gezogen - sehr zum Unwillen Schröders.
Unbeliebt bei den Spitzenfunktionären der Partei hat sich der Ex-Vorsitzende auch mit der Forderung gemacht, auf dem Sonderparteitag der SPD zur Agenda 2010 am 1. Juni genauso viel Redezeit zu bekommen wie der Kanzler. In der SPD-Spitze sei dies als Vorbereitung einer Ausrede gewertet worden, nicht zum Parteitag kommen zu wollen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am Mittwoch. Sollte Lafontaine jedoch tatsächlich erscheinen, so die Zeitung, würden ihm die SPD-Oberen eine "fulminante Abfuhr" erteilen.
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