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19.05.2003
 

Richard von Weizsäcker

Watschn für die Volksparteien

In der Reformdebatte hat Ex-Bundespräsident von Weizsäcker schwere Vorwürfe gegen SPD und Unionsparteien erhoben. Sie hätten jahrzehntelang die notwendigen Reformen nicht umgesetzt.

Hamburg - Richard von Weizsäcker forderte die Politik zu Ehrlichkeit und klaren Aussagen auf. "Die Menschen fühlen sich durch zaghafte Reformpläne eher unterfordert als überfordert", sagte er in der "Bild"-Zeitung. Die Volksparteien SPD und CDU/CSU hätten jahrzehntelang den Sozialstaat aufgebaut ohne den Willen zu seiner ständigen notwendigen Reform. Der Alt-Bundespräsident forderte die Parteien zu einer großen Koalition der Veränderungsbereitschaft auf.

Die Deutschen ermahnte Weizsäcker zu mehr Mut und Eigenverantwortung. "Seit langem leben wir über unsere Verhältnisse. Unsere Ansprüche übersteigen die Leistungskraft des Gemeinwesens." Der Ex-Präsident nannte mehr Eigenverantwortung einen Schlüssel, um unser Land wieder nach vorne zu bringen. Weizsäcker betonte: "Wir alle müssen wieder lernen, unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, nicht darauf zu warten, dass der Staat alles richtet."

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