Hamburg - Ein solches Verhältnis habe es nie gegeben, sagte Roger Kusch am Mittwoch dann gleich in mehreren Interviews. Vielmehr pflege er mit seinem Parteikollegen Ole von Beust eine langjährige Freundschaft und fahre gelegentlich mit ihm in Urlaub zum Skifahren. Der Tageszeitung "Die Welt" sagte Kusch, dass er Beust seit 25 Jahren kenne. "Vielleicht ist das nicht meine engste, sicherlich aber eine sehr enge und die dauerhafteste Freundschaft, die ich pflege", sagte er.
Als Kusch am 1. Oktober 2000 wieder nach Hamburg kam, habe er kurzfristig eine provisorische, kleine Wohnung für den Übergang bezogen. Im April 2001 habe er gemeinsam mit Beust die Wohnung am Hansaplatz besichtigt, die Beust erwerben wollte. Beust habe ihn darum gebeten, weil er, Kusch, über einige Erfahrung mit Wohnungsrenovierungen verfüge und "die Wohnung sich in furchtbarem Zustand befand". Kusch riet von Beust dennoch zum Kauf und nahm ein späteres Angebot, die Wohnung gegen 1100 Euro Miete zu beziehen, an.
Zum von Ronald Schill erhobenen Vorwurf, bei der Wohnung handele es sich um eine "Liebeshöhle", wollte Kusch nichts sagen. Gleiches gilt für die Behauptung, Beust und ihn verbinde eine Lebenspartnerschaft. "Auf diesem Niveau führe ich keine Gespräche zu meinem Privatleben", betonte er. Die vorwürfe seien eine freie Erfindung und zu 100 Prozent falsch, sagte er dem "Hamburger Abendblatt".
Schills Vorwurf der Homosexualität ärgert ihn: "Das kann kein Vorwurf sein. Man kann doch einem Rothaarigen nicht vorwerfen, dass er rote Haare hat", sagt er. Der Justizsenator erklärte weiter, er habe privat kein Hehl aus seiner Veranlagung gemacht, sehe aber nicht, dass sich daraus ein Vorwurf ableiten ließe.
Zu der Frage nach einer eventuellen weiteren Zusammenarbeit nach dem unfreiwilligen Outing durch Schill, sagte Kusch: "Die Frage übersteigt im Moment meine Fantasie. Eins ist aber sicher: Mit Herrn Schill werde ich nie mehr sprechen."
Der ehemalige Innensenator Ronald Schill hatte am Dienstag den Vorwurf erhoben, von Beust habe Kusch als seinen Lebensgefährten zum Senator ernannt und so Politik und Privatleben vermengt.
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