Hamburg - Auf die Frage, ob er in der Partei Rechtsstaatliche Offensive bleiben wolle, sagte Schill der "Bild"-Zeitung: "Das hängt von der weiteren Entwicklung ab." Bis Dienstag wolle er entscheiden, ob er sein Abgeordnetenmandat in der Bürgerschaft ausüben und an der Wahl seines Nachfolgers teilnehmen werde.
Gerüchte, er wolle eine neue Partei gründen, wies er zurück. Bislang habe er nicht die Absicht gehabt, sich den Namen "Schill-Partei" rechtlich schützen zu lassen. "Aber das ist eine gute Idee", zitiert das Blatt den Ex-Senator.
Seine Entlassung sei geplant gewesen, behauptet Schill. "Ich wurde zu unbequem, habe die Arbeit der CDU-Senatoren zu oft und zu heftig kritisiert", zitiert ihn die Zeitschrift "Bunte". "Dies war alles Teil eines Komplotts, um mich zum Teufel zu jagen", sagte Schill. Drahtzieher des angeblichen Komplotts sei Nockemann gewesen. "Es gibt Anlass zu der Vermutung, dass er eine Verbindung zu Ole von Beust hatte", sagte Schill. In der vergangenen Woche hatte von Beust Schill entlassen, weil dieser versucht haben soll, ihn zu erpressen.
Nockemann wehrt sich gegen die Vorwürfe seines früheren Vorgesetzten. Schill habe ein "Wahrnehmungs-Defizit". Das Schlimme sei, dass Schill beginne, "das zu glauben, was er da erzählt", sagte Nockemann der "Bild"-Zeitung.
Die Fraktion der Schill-Partei in der Hamburger Bürgerschaft hat Nockemann zum Kandidaten für das Amt des Innensenators gemacht. Er soll am 3. September von der Bürgerschaft gewählt werden. Schill kündigte an, er werde sein Abgeordnetenmandat im Landesparlament wahrnehmen. "Aber nur so lange, wie ich darin einen Sinn erkennen kann", sagte er.
Die Koalition aus CDU, Schill-Partei und FDP im Hamburger Rathaus hat 64 Sitze. SPD und Grün-Alternative Liste kommen auf 57. Wenn vier Abgeordnete aus dem Regierungslager gegen Nockemann stimmen, ist er gescheitert.
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