Hamburg - Bei einer geheimen Wahl erhielt Nockemann am Nachmittag 60 Ja- und 57 Nein-Stimmen. Zwei Abgeordnete enthielten sich. Damit können die Koalitionspartner CDU, Schill-Partei und FDP ihr seit knapp zwei Jahren bestehendes Regierungsbündnis fortsetzen.
Alle 121 Abgeordneten waren bei der geheimen Abstimmung anwesend. Es gab zwei Enthaltungen und zwei ungültige Stimmen. Ein Scheitern Nockemanns hätte das Ende der Regierung Ole von Beust bedeutet. Schill, der seit seiner Entlassung einfacher Abgeordneter ist, war zur Abstimmung erschienen.
Schill war vor zwei Wochen vom Ersten Bürgermeister Ole von Beust (CDU) entlassen worden, weil er versucht haben soll, diesen zu erpressen. Schill hatte nach Beusts Angaben gedroht, eine angebliche homosexuelle Beziehung des Regierungschefs mit Justizsenator Roger Kusch (CDU) publik zu machen.
Sollte Nockemann keine Mehrheit bekommen, sei die Koalition aus CDU, Schill-Partei und FDP am Ende, hatten die Regierungspartner zuvor angekündigt. Auch Parteigründer Schill war als Abgeordneter zu der Sitzung im Rathaus erschienen. Wie er abstimmen werde, sei sein Geheimnis, erklärte er. "Aber ich werde nichts tun, um diese Regierung, die ja auch mein Werk ist, zu destabilisieren", beteuerte Schill. Er wolle nicht, dass das Regierungsbündnis gefährdet werde und Rot-Grün wieder an die Macht komme.
"Ich bin schon erleichtert, denn geheime Wahlen haben immer ein Risiko", sagte von Beust nach Bekanntwerden des Ergebnisses. Die Mitte-Rechts-Koalition sei nicht gefährdet. "Die Mehrheit ist da, und jetzt geht es wieder an die Sacharbeit." Zur Teilnahme Schills an der Abstimmung sagte Beust: "Er ist gewählter Abgeordneter. Mehr habe ich zu ihm nicht zu sagen."
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Deutschland | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH