Hamburg - Mehr als 7000 Straftaten seien nicht in die Kriminalitäts-Statistik des ersten Halbjahres 2003 eingeflossen, bestätigte Polizeichef Udo Nagel einen Bericht des "Hamburger Abendblatts". In dem Zeitraum hätten die Straftaten um 2,8 Prozent zugenommen. Nach den vom damaligen Innensenator Ronald Schill im Juli vorgestellten Zahlen war die Kriminalität in Hamburg dagegen um 2,5 Prozent zurückgegangen.
Vor allem Gewaltverbrechen und Wohnungseinbrüche hätten bei der korrigierten Statistik zugenommen, sagte Nagel. Als Grund für den Fehler nannte der Polizeipräsident menschliches Versagen. Beamte hätten bei der Datenerfassung teilweise die Daten zwar gespeichert, jedoch vergessen, diese für die Statistik freizugeben.
Die Polizeisoftware werde zukünftig einen entsprechenden Warnhinweis an den Benutzer geben, sollte die Freigabe nicht erfolgen. Innensenator Dirk Nockemann (Schill-Partei) sagte, Hamburg bleibe dennoch das erfolgreichste Bundesland in der Kriminalitätsbekämpfung. Er kündigte an, dass jedes Polizeikommissariat der Hansestadt bis Ende des Jahres zusätzlich acht Polizisten erhalte.
Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) hatte Schill am 19. August fristlos entlassen, weil dieser versucht habe, ihn zu erpressen.
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Deutschland | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH