Hamburg - Wie die "Bild am Sonntag" berichtet, haben mehrere deutsche Generäle die Entsendung von Bundeswehr- Soldaten zur Absicherung des Wiederaufbaus in Kunduz zum jetzigen Zeitpunkt abgelehnt, weil nicht genügend geeignete Transport-Hubschrauber vom Typ CH-53-GS zur Verfügung stehen. Dadurch seien sowohl Transport als auch Nachschub in die Region an der Grenze zu Tadschikistan gefährdet.
Der Kommandeur der Division Luftbewegliche Operation im bayerischen Veitshöchheim, Generalmajor Dieter Budde wies Verteidigungsminister Peter Struck nach Informationen der "Bild am Sonntag" schriftlich auf diesen Mangel hin. Nur rund 20 der rund 100 Transport-Hubschrauber verfügen dem Bericht zufolge über die notwendige Zusatzausrüstung für die neue Afghanistan-Mission. Nur die CH-53-Maschinen können beispielsweise den Luftlandepanzer "Wiesel" nach Kunduz fliegen, der für den Schutz der deutschen Soldaten wichtig ist. Die Bundesregierung plant die Entsendung von 230 bis 450 Soldaten zur Absicherung des Wiederaufbaus in Kunduz.
Für die Modernisierung weiterer Hubschrauber hat die Bundeswehr wegen des Sparkurses der Regierung derzeit kein Geld. Die inzwischen 33 Jahre alten Hubschrauber müssten für rund 700 Millionen Euro umgebaut werden. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte gegenüber "Bild am Sonntag", dass im kommenden Frühjahr C-53-Hubschrauber für den Einsat in Kunduz verfügbar seien. In der Zwischenzeit sollen Transport und Nachschub über die usbekische Basis Termez abgewickelt werden, wofür die Bundeswehr monatlich 60.000 Dollar zahlen muss.
Der Zeitplan sieht vor, dass zunächst ein Vorauskommando mit 70 Soldaten in die nordafghanische Provinz geschickt wird. Die komplette Bundeswehreinheit soll im Frühjahr in Kundus stationiert werden. An der Mission wollen sich auch andere europäische Staaten beteiligen. Die NATO, die derzeit die ISAF-Führung innehat, hatte das deutsche Pilotprojekt bereits in der vergangenen Woche abgesegnet. Das Mandat ist zunächst bis Ende 2004 begrenzt.
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