Hamburg - In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung sagte von Beust, im Falle einer verlorenen Wahl werde er "in der Hamburger Politik nicht mehr aktiv sein". Von Beust verwies darauf, "gelernter Anwalt" zu sein, er werde "schon nicht verhungern". Im Rundfunk sagte von Beust, er habe sein persönliches Glück noch nie von seinem Amt als Bürgermeister her definiert.
Auch im ZDF kündigte von Beust an, sich bei einer Wahlniederlage aus der Landespolitik zurückzuziehen. In der Sendung "Johannes B. Kerner" sagte er, nach dem langen Hin und Her in der Koalition sei er auch ein Stück erleichtert gewesen, nachdem er das Bündnis aufgekündigt hatte. "Wenn man Tag für Tag todmüde um elf, halb zwölf ins Bett fällt und um vier, halb fünf wieder wach liegt und grübelt, dann reicht es irgendwann." Auch sein 86 Jahre alter Vater, mit dem er täglich telefoniere, habe dann gesagt: "Ole, hör auf."
Unterdessen steht die politische Zukunft Ronald Schills in den Sternen. Offenbar ist der Gründer der "Partei Rechtsstaatliche Offensive" in den eigenen Reihen nicht mehr wohlgelitten. Die "Bild"-Zeitung berichtet, Schill spreche derzeit nicht mehr über Politik und sei traurig. "Die Ereignisse haben mich tief traurig gemacht", wird er zitiert.
Ungewiss ist, ob Schill eine neue Partei gründen wird. Seine früheren Gefolgsleute Mario Mettbach und Dirk Nockemann (beides Hamburger Senatoren) und Fraktionschef Norbert Frühauf haben jedenfalls vor, Schill in die politische Bedeutungslosigkeit zu verabschieden. Sie planen einen Sonderparteitag für den 18. Januar. Auf der Kandidatenliste für die voraussichtlich Ende Februar stattfindende Wahl zur neuen Hamburger Bürgerschaft soll Schills Name nicht mehr stehen.
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