Hamburg - "Ich würde es heute wieder machen", sagte Scharping in Bezugnahme auf die Schwimmbad-Fotos mit seiner damaligen Freundin und jetzigen Ehefrau Gräfin Pilati am Freitag laut Vorabmeldung in der ZDF-Sendung "Johannes B. Kerner" in Hamburg. Allerdings würde er künftig stärker darauf achten, unter welchen Umständen die Fotos veröffentlicht würden, sagte der ehemalige Bundesverteidigungsminister. Die Badefotos von Scharping im Magazin `Bunte" hatten im Sommer 2001 die Wellen der Empörung überschwappen lassen, da sie kurz vor einem gefährlichen Bundeswehreinsatz in Mazedonien entstanden. Der SPD-Politiker bezeichnete die Umstände der damaligen Veröffentlichung als Fehler.
Erstaunliche Fähigkeit zur Selbstkritik bewies Scharping, als er sagte, er sei während seiner Amtszeit "als rechthaberisch erschienen oder vielleicht auch als überheblich." Das Risiko herausragender Ämter bestehe darin, dass der Inhaber nur noch das für richtig halte, was er selbst denke.
Scharping machte deutlich, dass er sich gegenüber anderen Prominenten von der Öffentlichkeit ungerecht behandelt fühlt. Ohne den Talkmaster Michel Friedman oder den Maler Jörg Immendorff namentlich zu erwähnen, erklärte der frühere Minister, seine Badefotos seien offenbar "weniger verzeihlich, als mit einer größeren Zahl von Prostituierten und Kokain in einem Hotelzimmer zu sein". Er könne sich im übrigen vorstellen, 2006 nochmals für den Bundestag zu kandidieren.
Der SPD-Politiker vermisst nach eigener Darstellung sein Ministeramt nicht. Er habe nun Zeit für seine kulturellen und musischen Interessen, sagte er. Das vollständige Interview wird am heutigen Freitag um 23.05 Uhr ausgestrahlt.
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