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04.01.2004
 

Jugendkriminalität

CSU will Ausgehverbot für Kinder

Die CSU hat einen simplen wie autoritären Einfall zur Verminderung der Kinderkriminalität: Wegsperren. Nach 20 Uhr sollen Kinder unter 14 Jahren nicht mehr alleine auf die Straße. Eltern, die sich ungenügend kümmern, bekommen erst die Förderung, dann das Sorgerecht entzogen. Jugendpolitik, bayrische Art.

Jugendliche beim Freizeitsport: Brav bleiben durch Ausgangssperre
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GMS

Jugendliche beim Freizeitsport: Brav bleiben durch Ausgangssperre

Hamburg - Nach den Vorstellungen von Generalsekretär Markus Söder sollen Kinder unter 14 Jahren nach 20.00 Uhr nur noch in Begleitung Erwachsener das Haus verlassen dürfen. Das Jugendschutzgesetz müsse um einen entsprechenden Paragrafen erweitert werden, sagte Söder der "Bild am Sonntag".

Zudem will er, dass Eltern, die ihre Kinder verwahrlosen lassen, die finanziellen Mittel gekürzt werden. Außerdem sollten sie früher das Sorgerecht verlieren. "Wenn Eltern die Sorge für ihre Kinder wiederholt vernachlässigen, muss das Sorgerecht schneller entzogen werden", sagte der CSU-Politiker. Bisher sei der entsprechende Paragraf 1666 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) zu lasch angewandt worden: "Viel zu selten wird das Sorgerecht eingeschränkt oder entzogen. In der Zwischenzeit leiden die Kinder weiter."

Die zunehmende Gewaltbereitschaft von Kindern und Jugendlichen sei erschreckend, sagte Söder. Während früher Ladendiebstahl das klassische Delikt von Kindern und Jugendlichen gewesen sei, griffen heute schon 14-Jährige immer öfter zur Waffen, begingen Körperverletzungen oder griffen zu Drogen. Meistens spiele bei solchen Straftaten der familiäre Hintergrund eine besondere Rolle, sagte Söder.

CSU-Generalsekretär Markus Söder: Jugendpolitik nach Hausmacherart
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DDP

CSU-Generalsekretär Markus Söder: Jugendpolitik nach Hausmacherart

"Viele jugendliche Straftäter kennen nichts anderes als Trunksucht oder Gewalt von den Eltern. In einem solchen Umfeld können keine verantwortungsvollen Bürger heranwachsen."

Deshalb müsse beim Versagen der Familie der Staat eingreifen, betonte Söder. Möglich sei ein Stufenplan: Wer zum wiederholten Mal sein Kind vernachlässige, dem sollten Kindergeld und Sozialhilfe gekürzt werden, da solche Eltern das Geld ohnehin nicht für ihre Kinder ausgäben. "Stattdessen muss es eine massive Verpflichtung der Eltern geben, zur Beratung ins Jugendamt zu kommen." Helfe dies nichts, müsse eine zweite Stufe greifen, erklärte Söder: "Die Kinder müssen aus dem für sie gefährlichen Umfeld heraus. Entweder sie kommen in ein Heim, in eine Pflegefamilie, oder sie werden adoptiert."

Söder plädierte aber auch für mehr Erziehung in der Schule. "In den Lehrplänen muss endlich die Vermittlung von Werten wie Höflichkeit, Respekt, Moral und Rücksicht verankert werden. Die Lehrer haben hier eine große Verpflichtung. Es geht um Werte erster Ordnung, die zum Pflichtprogramm der Schulen werden müssen!"

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