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16.01.2004
 

Schröders Innovationsgipfel

"Packen wir es an"

Unter Werbern gilt der Begriff Innovation seit mindestens einem Jahrzehnt als Unwort. Kanzler Schröder hat es mit seiner Innovationsinitiative trotzdem aus der Mottenkiste geholt: Seiner Meinung nach werden dafür Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zukünftig Hand in Hand gehen.

Sieht sich auf Erfolgskurs: Schröder beim Arbeitsessen im Kanzleramt
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DDP

Sieht sich auf Erfolgskurs: Schröder beim Arbeitsessen im Kanzleramt

Berlin - "Wir wollen eine Partnerschaft für Innovation gründen und machen", gab Gerhard Schröder heute der ARD als Ergebnis seines gestrigen Treffens mit führenden Vertretern von Wirtschaft und Wissenschaft bekannt.

Bereits im März sei ein weiteres Treffen geplant, bei dem Absprachen konkretisiert werden sollen. Er sei froh darüber, dass sowohl Vertreter der Wissenschaft als auch der Wirtschaft gesagt hätten, die Bundesregierung sei auf dem richtigen Weg. Es gehe darum, Wohlstand in Deutschland auch in Zukunft zu sichern, "und das gelingt uns nur, wenn wir besser sind als unsere Wettbewerber auf den Märkten der Welt". Das sei nur möglich, wenn das Land neue, innovative Produkte anbiete.

Stark sei Deutschland vor allem in der Automobilindustrie und dem Werkzeugmaschinenbau, aber auch in der Chemie und der Biotechnologie, befand Schröder. "Das sind alles Forschungsfelder, wo wir unsere Stärke ausspielen wollen für neue Produkte und neue Arbeitsplätze." Das gehe nur in einer gemeinsamen Anstrengung von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, "und das wollen wir jetzt anpacken".

Bei der Forderung der SPD nach Elite-Universitäten gehe es darum, die Leistungsfähigsten zu gewinnen. Sie gebe es an allen Hochschulen, und nun gelte es, ihre Tätigkeit zu vernetzen. Aus guten Gründen sei bei dem Innovationsgipfel nicht zuerst über Geld gesprochen worden, sondern darüber, was störe, "zum Beispiel eine Einstellung, die immer erst die Risiken diskutiert und dann die Chancen". "Wir werden das umkehren, wir werden zuerst die Chancen neuer Forschungsergebnisse diskutieren", betonte der Kanzler. Erörtert worden sei in dem Gremium auch, ob andere rechtliche Voraussetzungen geschaffen werden müssten.

Schröder will die Innovation auch zum Thema eines Dreiergipfels mit dem französischen Präsidenten Jacques Chirac und dem britischen Premierminister Tony Blair machen.

An dem Innovationsgipfel im Kanzleramt hatten neben Schröder auch Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD), Außenminister Joschka Fischer (Grüne) und Bildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) teilgenommen. Als Spitzenvertreter der Wirtschaft kamen unter anderem Siemens-Vorstandschef Heinrich von Pierer, Ex-BMW-Chef Joachim Milberg und Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke. Als Vertreter der Wissenschaft war neben Fraunhofer-Präsident Hans-Jörg Bullinger auch der Präsident der Berliner Humboldt-Universität, Jürgen Mlynek, eingeladen.

Keine "Show-Veranstaltung"

Für Bullinger ist der Innovationsgipfel "keine Show-Veranstaltung": Das Ergebnis entspreche dem, "was bei einer realistischen Erwartungshaltung zu erwarten ist", sagte Bullinger im Deutschlandfunk. Es gebe bei allen Beteiligten eine Bereitschaft, "das zu tun, was notwendig ist".

Bullinger sagte, die Vertrauensbasis sei gestärkt worden. Innovationen zu verbessern, sei eine "langfristig angelegte Aktivität". Es sei nötig, die Mittel zu konzentrieren. Für diesen Ansatz gebe es Unterstützung. Die Partner seien sich einig gewesen, zentrale Zukunftsmärkte zu identifizieren und sich auf ein gemeinsames Vorgehen zu verständigen.

Der Fraunhofer-Präsident betonte, stärkere Förderung von Innovationen sei wichtig. "Wir leben in einem hohen Maße von den Innovationen der Vergangenheit», sagte Bullinger. Zwar sei man noch in einer relativ guten Situation. Diese habe sich aber "zugespitzt, weil die anderen soviel besser geworden sind."

Bullinger gab zu, die mittelständischen Unternehmen seien in der Runde beim Kanzler "etwas unterrepräsentiert". Der Fraunhofer-Präsident vermutet, dass Schröder Multiplikatoren für seine Idee suchte. Für mehr Innovationen sei es aber unabdingbar, mittelständische Unternehmen mitzunehmen.

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