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07.02.2004
 

Porträt

Schröders Lieblingslinker

Das Vertrauen des Kanzlers ist ihm absolut sicher, wenn Klaus Uwe Benneter den Posten des SPD-Generalsekretärs offiziell übernimmt. Die beiden Politiker sind Freunde aus Juso-Zeiten.

Jungpolitiker Benneter, Schröder (1979): Tennispartner und Duzfreunde
AP

Jungpolitiker Benneter, Schröder (1979): Tennispartner und Duzfreunde

Berlin - "Wir haben persönlich ein gutes, freundschaftliches Verhältnis", beschreibt Benneter sein Verhältnis zu Schröder. Das ist schon fast eine Untertreibung, die beiden kennen sich seit über 25 Jahren. Benneter war von bis 1977 Vorsitzender der SPD-Jugendorganisation, als er wegen "unbotmäßiger Äußerungen" ausgeschlossen wurde. Er hat es seinem Nachfolger an der Spitze der Jusos zu verdanken, dass er sechs Jahre später in den Schoß der Partei zurückkehren durfte - Gerhard Schröder. In der Partei wurde der Tennispartner und Duzfreund Schröders auch schon als Lieblingslinker des Kanzlers bezeichnet.

Nach seiner Rückkehr in die Partei 1983 konzentrierte sich Benneter auf die Berliner Kommunalpolitik. Er war Schatzmeister der Berliner SPD, stellvertretender SPD-Landesvorsitzender sowie Bezirksstadtrat. 1999 bis 2002 war er Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und als solches Vorsitzender des Untersuchungsausschusses zur Bankenaffäre, die beim Machtverlust des vom CDU-Politiker Eberhard Diepgen geführten Senats eine wichtige Rolle spielte.

Bei der Bundestagswahl 2002 gelang ihm das Kunststück, im Berliner Wahlkreis Steglitz-Zehlendorf, mit 40,8 Prozent direkt gewählt zu werden. Dass es einem ehemalige Verfechter des Staatsmonopolistischen Kapitalismus (kurz Stamokap) gelang, das Vertrauen im eher konservativen Villenviertel der Hauptstadt zu gewinnen, wurde in der SPD bewundert. Als Vorsitzender des Untersuchungsausschusses zur so genannten Lügenaffäre bewies er sich daraufhin als strammer Parteisoldat. Seine Antwort auf die Frage, ob die Bundesregierung im Wahlkampf gelogen habe: "Keine falschen Informationen, keine Verletzung der Berichtspflichten, keine Täuschung - das ist unser Ergebnis".

Den Reformkurs Schröders hat Benneter, der sich in den siebziger Jahren wegen seiner linksradikalen Töne den Beinamen "Benni Bürgerschreck" erwarb, bislang kompromisslos mitgetragen. Seiner Ansicht nach hatte die SPD auf ihrem Parteitag im Juni vergangenen Jahres gar keine andere Wahl, als der Agenda 2010 zuzustimmen. Es gehe bei der Entscheidung darum, "ob wir regieren wollen oder ob wir das anderen überlassen", lautete seine knappe Begründung.

Dass sich der Kanzler-Intimus bei seinen Genossen noch mehr Rückhalt erarbeiten muss, zeigte die Wahl des SPD-Bundesvorstands im November. Benneter war chanchenlos - im zweiten Durchgang errang er gerade einmal 118 Stimmen, das das zweitschlechteste Ergebnis der verbliebenen 27 Kandidaten.

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