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05.04.2004
 

Frankfurt

TV-Magazin berichtet über vereitelten Terroranschlag

In Frankfurt ist es möglichweise vor gut einer Woche um ein Haar zu einem verheerenden Terroranschlag gekommen. Einem Fernsehmagazin zufolge nahm die Polizei einen 35-Jährigen mit zwei funktionsfähigen Rohrbomben fest, der muslimischen Glaubens und Anhänger von Osama Bin Laden ist.

Bankenmetropole Frankfurt am Main
AP

Bankenmetropole Frankfurt am Main

Leipzig - Die Sprengkörper seien mit Schwarzpulver, Nägeln und Metallteilen gefüllt gewesen, berichtet das ARD-Magazin "Fakt". Anders als bislang von der Polizei behauptet, gibt es "Fakt" zufolge Indizien für einen islamistisch-terroristischen Hintergrund. Der mehrfach vorbestrafte Gewalttäter sei in seinem Wohnumfeld als fanatischer Islam-Anhänger bekannt. Die Ermittler hätten bei ihm ein Bild von Qaida-Chef Bin Laden gefunden. Die Fahnder überprüften laut "Fakt" auch, ob der Mann, der zuum Islam konvertiert sei, an einem versuchten Anschlag auf das US-Generalkonsulat in Amsterdam im Juni 2002 beteiligt gewesen sei.

Die Staatsanwaltschaft schließe einen Terrorhintergrund nicht länger aus, berichtet "Fakt". Staatsanwalt Rainer Schilling äußerte sich allerdings nur insoweit, dass er sagte, wenn sich dies ergeben sollte, dann würde das Verfahren an die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe abgegeben.

Die Umstände der Festnahme klingen jedoch nicht gerade nach einem großen Anti-Terror-Einsatz: Der 35-Jährige hatte einem ihm bekannten Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes am Abend des 27. März in der Nähe eines Autohauses anvertraut, er trage in seinem Rucksack zwei selbst gebastelte Rohrbomben sowie eine Schusswaffe bei sich. Offensichtlich fiel es dem Sicherheitsmitarbeiter jedoch nicht schwer, den Mann zu überzeugen, gemeinsam mit ihm auf die Polizei zu warten. LKA-Experten stellten schließlich fest, dass er wirklich scharfe Sprengsätze und eine Schreckschusspistole bei sich trug.

Wie die Polizei dann auch feststellte, arbeitete der Bombenbastler selbst für einen Sicherheitsdienst, im Frankfurter Waldstadion. Die mit insgesamt 700 Gramm Schwarzpulver gefüllten Rohrbomben habe er in Fuchsbauten auf dem Hauptfriedhof zünden wollen, behauptete er.

Gegen den Mann wird wegen "Verstoß gegen das Waffengesetz und versuchter Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion" ermittelt. Da er keinen festen Wohnsitz hat, nahm ihn die Polizei in Untersuchungshaft. Für die Beamten ist er kein Unbekannter: "Er gilt als gewalttätig und ist wegen Diebstahls rechtskräftig verurteilt", erklärte kurz nach der Festnahme ein Sprecher. Der Mann sei ein "Wirrkopf".

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