Köln - Der Kontakt zu den zuständigen Behörden vor Ort sei zum Beispiel zu spät gesucht worden, sagte Bierdel am Montag im Deutschlandfunk. Es müsse jetzt genau geprüft werden, wer welche Verantwortung trage. Soweit es ihn selbst betreffe, wolle er diese gerne übernehmen, aber da gebe es "ja auch noch ein paar andere Leute".
Bierdel verteidigte jedoch die Aktion und wies Vorwürfe zurück, es habe sich bei der Aktion im Mittelmeer um eine Medieninszenierung gehandelt. Das Entscheidende müsse, jenseits aller Regularien, bleiben, ob man weiter hinnehmen wolle, dass "Menschen vor den Toren der Festung verrecken", betonte er. Die Rettungsarbeit müsse fortgesetzt werden. Jetzt sei die "merkwürdige Situation" entstanden, dass Europa dies der Hilfsorganisation "quasi amtlich" untersagt habe. Die Beschlagnahmung eines deutschen, privat finanzierten Rettungsschiffes sei eine "irrwitzige, überzogene Reaktion".
Bierdel war am vergangenen Montag in Italien festgenommen worden, nachdem das Schiff der Hilfsorganisation 37 im Mittelmeer geborgene Flüchtlinge im sizilianischen Hafen Porto Empedocle an Land gesetzt hatte. Da die meisten nicht, wie von ihnen angegeben, aus dem Sudan stammen, wird Bierdel und seinen Mitarbeitern die Unterstützung illegaler Einwanderung vorgeworfen. Neben Bierdel wurden auch der Kapitän und der Erste Offizier des Schiffes festgenommen. Die drei wurden am Freitag wieder freigelassen.
Bierdel betonte, es sei alles zunächst "völlig in Ordnung" gewesen. Man habe die Angelegenheit "ordnungsgemäß" geregelt und gemeldet, wer an Bord sei. Die Mannschaft habe auch eine Genehmigung der Hafenbehörde zum Einlaufen gehabt. Als sie jedoch eingefahren seien, sei überraschend der Widerruf gekommen.
Bierdel gab zu, bei der Aktion seien Kamerateams dabei gewesen. Es spreche aber nicht gegen die Aktion, wenn sich Journalisten dafür interessierten.
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