Berlin/Leipzig - In Berlin versammelten sich mehrere tausend Demonstranten vor dem Roten Rathaus. Sie zogen im Anschluss zum Haus der deutschen Wirtschaft. Auf Transparenten hieß es unter anderem: "Schröder muss in die Produktion - für einen Euro Stundenlohn" oder "Schluss mit den Lügen - es gibt Alternativen". Redner kritisierten auch die Spitze des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), der die Proteste offiziell nicht unterstützt.
In Leipzig folgten nach Schätzungen von Beobachtern 2000 bis 3000 Menschen dem Aufruf zur Montagsdemonstration. Wie in anderen Städten auch sinken hier die Teilnehmerzahlen. Vor zwei Wochen, beim Auftritt von Ex-SPD-Chef Oskar Lafontaine, waren in Leipzig noch 20.000 Menschen zusammengekommen. Der Pfarrer der Nikolaikirche, Christian Führer, warnte vor dem Missbrauch der Demonstration für Wahlkampfzwecke. In dem Zusammenhang kritisierte er die PDS. Vor einer Woche hätten PDS-Anhänger Jugendliche, die Parolen gegen die PDS trugen, des Platzes verwiesen, kritisierte Führer. Das erinnere ihn an die SED, die 1989 Platzverweise ausgesprochen habe.
In Halle versammelten sich nach DGB-Angaben rund 1500 Menschen zur Demonstration unter dem Motto "Stoppt den Sozialabbau - es gibt Alternativen". Der DGB Sachsen-Anhalt kündigte für die kommende Woche die Vorlage eines Forderungskatalogs mit Detailkritik zu "Hartz IV" an.
In Thüringen gingen ebenfalls mehrere tausend Menschen gegen "Hartz IV" auf die Straße. In Gera zählte die Polizei 1000 Demonstranten, in Altenburg, Greiz, Eisenach, Weimar, Gotha und Saalfeld jeweils mehrere hundert.
In Schwerin kamen etwa 500 Menschen und damit nur noch halb so viele wie in der Vorwoche. Sie zogen vor die Staatskanzlei und forderten von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidenten Harald Ringstorff (SPD), sich stärker für die Schwachen der Gesellschaft zu engagieren.
Insgesamt waren in rund 230 Städten Montagsdemonstrationen geplant. Am 2. Oktober soll in Berlin eine bundesweite Demonstration gegen Sozialabbau stattfinden.
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