Berlin - Meyer sagte beiden Blättern zufolge, er habe bis April 2001 Gehaltszahlungen von seinem damaligen Arbeitgeber RWE/VEW bezogen. Meyer war jedoch bereits im November 2000 zum CDU-Generalsekretär gewählt worden. Vor der Wahl soll er versprochen haben, sein Vertragsverhältnis mit Antritt des neuen Parteiamts ruhen zu lassen. Laut der "Berliner Zeitung" erklärte er sich jedoch erst auf Drängen des Energieunternehmens dazu bereit, den Vertrag ruhen zu lassen. Zudem habe er nicht nur Strom, sondern auch Gas zu vergünstigten Konditionen bezogen.
Meyer sagte der "Süddeutschen Zeitung" ("SZ"), er habe als langjähriger Manager des Stromunternehmens VEW für eine "geordnete Übergabe" gesorgt. Er habe noch "einige Projekte" abwickeln müssen, aber gleichzeitig darauf gedrungen, dass das Arbeitsverhältnis zum "schnellstmöglichen Zeitpunkt" ruhen solle.
Die Dortmunder VEW, bei der Meyer mehr als zwei Jahrzehnte zuletzt als Hauptabteilungsleiter arbeitete, war im Jahr 2000 mit dem Essener Stromriesen RWE fusioniert. Laut der "SZ" gab es im Herbst 2000 bei RWE/VEW erhebliche Probleme bei der Umstellung.
Meyer war bereits vergangene Woche in die Diskussion geraten, nachdem bekannt geworden war, dass das RWE ihn zu vergünstigten Konditionen mit Strom versorgt. Die von RWE als "Energiesachleistung" beschriebene verbilligte Stromlieferung wird aber laut der "SZ" von Meyer als geldwerter Vorteil versteuert. Vertraute des CDU-Generalsekretärs wiesen der Zeitung zufolge darauf hin, dass Meyer die RWE-Gabe versteuere, obwohl er längst aus familiären Gründen zuhause ausgezogen sei.
Zuvor war der CDU-Politiker Hermann-Josef Arentz als CDA-Vorsitzender zurückgetreten, nachdem bekannt geworden war, dass er jahrelang ohne nennenswerte Leistung ein RWE-Gehalt bezogen hatte.
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