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09.01.2005
 

Politiker-Vorschlag

Deutsche Arbeitslose nach Phuket

Politiker von Union und FDP plädieren dafür, qualifizierte deutsche Arbeitslose zum Wiederaufbau von Häusern und Straßen in Südasien einzusetzen - wenn das auf freiwilliger Basis passiert, hat auch Kanzler Schröder nichts dagegen. Regierung und Hilfsorganisationen sollen Facharbeitern und Ingenieuren Zeitverträge anbieten.

Urlaubsinsel Phuket: Sollen deutsche Arbeitslose beim Aufbau helfen?
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AP

Urlaubsinsel Phuket: Sollen deutsche Arbeitslose beim Aufbau helfen?

Hamburg - In den von der Flutkatastrophe betroffenen Gebieten werde "im Moment jede kundige Hand dringend gebraucht", sagte FDP-Vize Rainer Brüderle der Zeitung "Bild am Sonntag": "Die Bundesregierung sollte zusammen mit den Hilfsorganisationen Arbeitslosen gezielt Zeitverträge zum Wiederaufbau anbieten. Für manchen Deutschen kann das der freiwillige Wiedereinstieg in das Arbeitsleben sein."

Auch die Union hält es für sinnvoll, deutschen Arbeitslosen Jobs in den Flutgebieten zu vermitteln. Der Chef der schleswig-holsteinischen CDU, Peter Harry Carstensen, betonte, unter den Millionen Arbeitslosen gebe es "viele Experten, Facharbeiter und Ingenieure, die anpacken wollen". Falls die Hilfe von deutschen Erwerbslosen in den Krisenregionen gewünscht werde "und die Fachkräfte es freiwillig wollen", müsse deshalb "zum Beispiel über Ein-Euro-Jobs" unbürokratisch geholfen werden.

Auch Bundeskanzler Schröder schaltete sich in die Debatte ein. Er sprach sich gegen einen verpflichtenden Einsatz qualifizierter deutscher Arbeitsloser zum Wiederaufbau von Häusern und Straßen aus. Es mache keinen Sinn, dort Leute ohne Englischkenntnisse oder Kenntnis der jeweiligen Landessprache hinzuschicken, sagte Schröder am Sonntagabend in der ZDF-Sendung «Berlin direkt». Wenn solche Einsätze auf freiwilliger Basis stattfänden, sei dagegen aber nichts einzuwenden, unterstrich der Kanzler.

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Andreas Scheuer vertritt die Ansicht, die Bundesregierung müsse sich wegen der zugesagten 500 Millionen Euro Fluthilfe "massiv dafür einsetzen, dass deutsche Firmen die Aufträge erhalten und auch Jobs für deutsche Arbeitslose bereitstellen".

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hält die Vorschläge für umsetzbar. Die Vermittlung von Arbeitslosen auf "reguläre Stellen" in den Flutgebieten sei möglich, sagte BA-Sprecherin Angelika Müller dem Blatt. "Wenn Hilfsorganisationen oder Unternehmen Stellen in den Flutgebieten ausschreiben, schauen wir selbstverständlich, ob es bei uns geeignete Bewerber gibt." Für Flug und Unterbringung will die Bundesagentur allerdings nicht zahlen.

Klaus Töpfer, Direktor des UN-Umweltschutzprogramms (UNEP), begrüßte die Idee ebenfalls: "Ich halte es für sehr sinnvoll, Menschen mit speziellen Kenntnissen zum Wiederaufbau in die Krisenregionen zu schicken, wenn sie dort gebraucht werden und wenn solche Einsätze koordiniert werden", sagte er der Zeitung.

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