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18.02.2005
 

Sicherheitsvorkehrungen

Opel erwägt wegen Bush-Besuch Verschiebung des Schicht

Ihren Mitarbeitern empfehlen sie einen Tag Urlaub oder erwägen sogar, die Werkstore zu schließen: Zahlreiche Firmen im Rhein-Main-Gebiet stellen sich wegen des Besuchs von US-Präsident Bush am kommenden Mittwoch in Mainz auf erhebliche Behinderungen ein.

Frankfurt am Main - Der Autokonzern Opel in Rüsselsheim prüft derzeit, ob der Schichtbeginn verschoben werden muss. Auf diese Weise sollen die Mitarbeiter trotz gesperrter Autobahnen rechtzeitig zur Arbeit kommen können. Möglich sei auch, dass die Mitarbeiter aus der direkten Umgebung mit weiter entfernt wohnenden Beschäftigten die Schichten tauschten, sagte ein Opel-Sprecher.

In dem Opel-Werk arbeiten rund 20.000 Menschen, nicht alle von ihnen jedoch im Schichtdienst. Die Lieferanten würden über die Verkehrsbehinderungen informiert und aufgefordert, früher loszufahren. Große Vorräte könne das Werk vor dem Besuch von US-Präsident George W. Bush nicht aufbauen, weil nach dem Just-in-time-Prinzip gearbeitet werde und es keine Lagerhallen gebe, die umfangreiche Ladungen aufnehmen könnten.

Auch der Konzern Linde rechnet mit Beeinträchtigungen und empfiehlt den Mitarbeitern in seiner Wiesbadener Zentrale, Urlaub zu nehmen oder Gleitzeitregelungen auszunutzen. In Einzelfälle übernehme das Unternehmen die Kosten für Hotelübernachtungen, etwa wenn Mitarbeiter wichtige Termine in Wiesbaden wahrnehmen müssten, sagte ein Sprecher des Industriegase- und Gabelstaplerspezialisten.

In Mainz hatte die Werner & Mertz GmbH, die dort mit rund 450 Beschäftigten unter anderem Schuhcreme und Putzmittel herstellt, nach Angaben einer Sprecherin sogar erwogen, das Werk für den Tag des Bush-Besuchs ganz zu schließen. Die Mitarbeiter hätten sich bei einer Befragung aber mehrheitlich für die Arbeit ausgesprochen - auch wenn es Beeinträchtigungen geben werde. "Die Produktion wird laufen. Wir hoffen nur, dass die Lkw vom Hof kommen werden", sagte die Sprecherin.

Das Mainzer Nescafe-Werk des Lebensmittel-Konzerns Nestle sieht das größte Problem in der Aufrechterhaltung der Logistik während des Bush-Besuchs. Der gesamte Lastwagenverkehr werde auf die Zeit außerhalb der Bush-Visite verlegt, sagt Werksleiter Stefan Klaus. Mit Produktionsausfällen rechne er nicht. Einige Mitarbeiter von der anderen Rheinseite in Hessen hätten sich jedoch frei genommen.

Wegen zahlreicher Autobahn-Sperrungen wird während des Bush-Besuchs im Rhein-Main-Gebiet ein Verkehrschaos erwartet. Auch im Schienenverkehr soll es zu Beeinträchtigungen kommen. Bush wird am Mittwoch gegen 9.45 Uhr auf dem Frankfurter Flughafen erwartet. Er wird dann zunächst nach Mainz weiter reisen und später voraussichtlich den US-Stützpunkt Wiesbaden-Erbenheim besuchen. Während des Arbeitsbesuches gilt Sicherheitsstufe eins.

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