Hamburg - Der Sexualmord an dem Neunjährigen habe gezeigt, dass die derzeitigen Gesetze Kindern keinen ausreichenden Schutz vor Wiederholungstätern böten, sagte Söder in einem Interview der "Bild am Sonntag". "Der Kanzler hat einst getönt, Kindermörder für immer wegzusperren - passiert ist gar nichts. Schuld hat zwar immer der Täter, bei Wiederholungstätern aber ist Schröder indirekt für jedes Verbrechen an Kindern mitverantwortlich - weil Rot-Grün keine einzige Regel verschärft hat." Der mutmaßliche Mörder des neunjährigen Peter hatte schon einmal eine mehrjährige Haftstrafe verbüßt, weil er ein Kind umbrachte.
Söder forderte ein härteres Vorgehen des Staates gegen Sexualstraftäter. "Regelungen, die für Serienvergewaltiger, Kinderschänder und eine Mörder eine Therapie statt Gefängnis vorsehen, können uns nicht dauerhaft schützen", sagte der CSU-Politiker. So sollten Gerichte mehr Möglichkeiten bekommen, um Schwerstverbrecher dauerhaft einzusperren.
Eine Verurteilung zu lebenslanger Haft solle auch für Heranwachsende grundsätzlich bedeuten, dass sie länger als 15 Jahre in Haft sitzen müssten. Psychologen und Psychiater, die massive Fehldiagnosen gestellt hätten, sollten nicht mehr als Gutachter vor Gerichten zugelassen werden.
Der mutmaßliche Mörder von Peter, der 28-jährige Martin Prinz, war am 19. Februar nach seinem Geständnis in Untersuchungshaft eingeliefert worden. Er hatte das Sexualverbrechen und den Mord nach eigenen Angaben akribisch geplant.
Der Mann, der 1994 einen elfjährigen Jungen aus Regensburg nach einem Vergewaltigungsversuch mit 70 Messerstichen getötet hatte, suchte sich laut Polizei nach seiner Entlassung im April 2004 gezielt den Sohn seines einstigen Zellengenossen für die nächste Straftat aus. Der ebenfalls wegen eines Sexualdelikts vorbestrafte Vater des Mordopfers habe den Täter während einer Therapie im Gefängnis kennen gelernt, sagte Ermittlungschef Harald Pickert.
Prinz hat laut Polizei gestanden, seit Wochen das Verbrechen vorbereitet zu haben. "Er hat sich Müllsäcke beschafft und auch Handschellen besorgt", sagte Pickert. Er lauerte dem Neunjährigen auf dem Heimweg von der Schule auf und log ihm vor, er müsse auf ihn aufpassen, weil seine Mutter mit einem seiner Brüder beim Arzt sei. Dann habe er ihn in sein Zimmer in einem Sozialwohnheim mitgenommen und versucht, sich an dem Jungen zu vergehen. Als dieser sich wehrte und drohte, alles seiner Mutter zu erzählen, zog ihm der Prinz laut Polizeibericht eine Plastiktüte über den Kopf und zog sie mit einer Schnur zu.
Prinz habe die Leiche dann zunächst in einen Schrank gelegt und sich anschließend noch als Freund der Familie an den Suchmaßnahmen nach vermissten Kind beteiligt, sagte Pickert. Am Abend habe sich der 28-Jährige dann erneut an der Leiche vergangen und sie anschließend in einem Plastiksack in eine Mülltonne geworfen. Der Beamte beschrieb den Täter als "kalt" und emotionslos. "Er zeigt keinerlei Anzeichen von Reue", sagte der Kriminaloberrat.
Oberstaatsanwalt Peter Boie erklärte, dass Gutachter den 28-Jährigen trotz einer fünfjährigen Sexualtherapie in der Münchner Justizvollzugsanstalt Stadelheim weiter "als Risikoproband" und gefährlich eingestuft hätten.
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