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28.04.2005
 

Milliardengewinn der Deutschen Bank

SPD-Politiker fordert Verzicht auf Stellenabbau

Saarlands SPD-Chef Heiko Maas hat den Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, aufgefordert, den geplanten Stellenabbau nicht in Angriff zu nehmen. Der Konzern hatte heute einen Milliardengewinn fürs erste Quartal bekannt gegeben.

Berlin - Angesichts eines vorhergesagten Gewinns von 1,8 Milliarden Euro und einer Rendite von 30 Prozent gebe es keine Rechtfertigung mehr für die geplanten Kündigungen, sagte Maas. Daran festzuhalten würde beweisen, dass es Ackermann nur darum gehe, "das eigene Betriebsergebnis ohne Verantwortungsbewusstsein für den Standort Deutschland und ohne Rücksicht auf die eigenen Mitarbeiter zu maximieren". Ackermann will 6400 Stellen streichen.

Deutschlands größte Bank hatte heute deutliche Gewinnsteigerungen im ersten Quartal 2005 bekannt gegeben.

Ackermann: Rekordgewinn und Stellenabbau
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REUTERS

Ackermann: Rekordgewinn und Stellenabbau

Ackermann hatte den Anlegern für das Gesamtjahr eine Rendite von 25 Prozent versprochen. Dieses Versprechen war mit ein Grund für seine Ankündigung Anfang Februar gewesen, trotz eines Milliardengewinns im Vorjahr 6400 Stellen im In- und Ausland zu streichen, um die Bank noch profitabler zu machen. Diese von Gewerkschaften und Politikern scharf kritisierte Ankündigung war einer der Auslöser für die von SPD-Chef Franz Müntefering initiierte Kapitalismusdebatte.

Noch am Wochenende hatte Müntefering Ackermann persönlich angegriffen und in einem Interview erklärt, bei ihm stimme die Unternehmensethik nicht mehr, "wenn er eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent zum Ziel erklärt und bei gewachsenen Gewinnen am selben Tag ankündigt, 6400 Menschen zu entlassen".

Reuter unterstützt Müntefering

Müntefering erhielt unterdessen Unterstützung von Edzard Reuter, dem früheren Daimler-Vorstandschef. "Es gibt schreckliche Beispiele in der Managerkaste. Furchtbare Menschen, die in ihrer Gier sämtliche Verantwortung beiseite gelassen haben", sagte Reuter dem "Kölner Stadt-Anzeiger", ohne Namen zu nennen.

Auch CSU-Vize Horst Seehofer zeigte Verständnis für Münteferings Empörung. Bei den Bürgern gebe es zu Recht Unverständnis darüber, dass Firmen etwa die Kosten für die Arbeitsplatzverlagerung ins Ausland auch noch steuerlich absetzen könnten. "Da fassen sich die Menschen an den Kopf", sagte er dem WDR.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, verwies auf die große Verantwortung der Wirtschaft für das soziale Klima im Lande. Dies hätten "noch nicht alle Verantwortungsträger verinnerlicht", sagte er der "Welt".

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