Berlin - "Firmen müssen Gewinne machen dürfen, sonst gibt es keine Jobs", sagte Göring-Eckhardt der "Berliner Zeitung". Die meisten Unternehmer übernähmen schon heute soziale und gesellschaftlichen Verantwortung. "Häufig sichern Unternehmen, die neue Standorte in Osteuropa aufbauen, zugleich Arbeitsplätze in Deutschland", sagte sie.
Göring-Eckhardt begrüßte zwar, dass Müntefering die Kapitalismusdebatte angestoßen habe. Sie kritisierte aber seine Wortwahl. Sie selbst würde Finanzinvestoren nicht als Heuschrecken bezeichnen, sagte die Grünen-Politikerin. Im Alten Testament seien die Heuschrecken in großer Zahl über das Land gekommen und hätten alles kahl gefressen. "Dies kann man bei aller berechtigten Kritik den Unternehmern nun wirklich nicht und schon gar nicht pauschal vorwerfen", kritisierte Göring-Eckardt.
Der niedersächsische SPD-Fraktionschef Sigmar
Gabriel warnte davor, einzelne Unternehmer an den Pranger zu stellen.
Er lehnte die von der SPD-Bundestagsfraktion erstellte Liste
von Beteiligungsfonds und ihren Managern ab. Die Veröffentlichung der
Namen führe zu einer personalisierten Debatte, sagte er. Münteferings
Kapitalismuskritik werde damit zu einer Kapitalistenkritik. In der
Debatte gehe es aber nicht um Personen, sondern darum, wie die
soziale Marktwirtschaft künftig organisiert werden solle. "Wir wollen
keine Hetzkampagne", sagte Gabriel. "Das will
die SPD nicht, das will Franz Müntefering nicht und das will auch die
SPD-Bundestagsfraktion nicht."
CDU-Chefin Angela Merkel forderte unterdessen, Betriebe dürften nicht generell angegriffen werden. Einige Unternehmen hätten bei der Darstellung ihrer Ziele erhebliche Fehler gemacht. So hätte die Deutsche Bank bei der Ankündigung, trotz gewachsener Gewinne 6400 Stellen zu streichen, sagen können, dass viele der betroffenen Arbeitsplätze in London im Bereich Investmentbanking lägen.
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