Berlin - Der Leiter der KZ-Gedenkstätte Belzec, Robert Kuwalek, sagte dem "Berliner Kurier": "Es ist streng verboten, beim Besuch unseres Geländes 'Souvenirs' mitzunehmen." Er kündigte an, sich vom polnischen Oberrabbiner Michael Schudrich beraten zu lassen, ob man den Zahn, den Rosh in dem Vernichtungslager gefunden hatte, zurückverlangen könne. Die Mahnmals-Initiatorin hatte gestern ihren Plan, den Zahn im Holocaust-Mahnmal unterzubringen, nach heftiger Kritik zurückgezogen.
Den Zahn eines NS-Opfers hatte die Journalistin vor 17 Jahren im Sand neben einem der langen Gräber in dem deutschen Vernichtungslager im heutigen Polen gefunden, wie sie am Dienstag bei der Rede zur Eröffnung des Mahnmals in Berlin gesagt hatte. Sie habe geschworen, "dass wir den Ermordeten ein Denkmal setzen. Und dieser Zahn wird darin einen Platz finden". Dies habe sie dann mit dem Architekten des Mahnmals, Peter Eisenman, verabredet. Später sagte sie, sie habe sich mit einem Rabbiner abgesprochen. Dass Rosh den Backenzahn bereits seit vielen Jahren besitzt, ist durch zahlreiche Medienberichte über die streitbare Publizistin bekannt. Heute wollte sie sich nicht mehr zu dem Thema äußern.
Im "Berliner Kurier" zeigte sich die stellvertretende Direktorin der KZ-Gedenkstätte Auschwitz, Krystyna Oleksy, empört. "Ich habe gesehen, wie Frau Rosh den Backenzahn bei der Eröffnungsfeier herum gezeigt hat. Es war schockierend", sagte sie. "Dass sie den Zahn aus Belzec einfach mitgenommen hat, ist nicht nur verboten - es ist eine Grausamkeit. Die KZ-Opfer haben unfassbares Leid erfahren. Jetzt wird an diesem Ort auch noch ihre Totenruhe gestört."
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