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24.05.2005
 

Neuwahlen

Lafontaine kandidiert für Linksbündnis

Den ehemaligen SPD-Chef und Finanzminister Oskar Lafontaine zieht es zurück auf die politische Bühne: Sollte sich eine gemeinsame linke Liste von PDS und der Wahlalternative WASG formieren, sei er bereit, bei der vorgezogenen Bundestagswahl für das Bündnis anzutreten, sagte er in einem Zeitungsinterview.

 Oskar Lafontaine: "Schröders Politik ist nicht sozialdemokratisch"
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DPA

Oskar Lafontaine: "Schröders Politik ist nicht sozialdemokratisch"

Berlin - Es sei nicht sinnvoll, wenn zwei kleine Parteien wie die SPD-Abspaltung WASG und die PDS links von der SPD anträten, sagte Lafontaine der "Bild"-Zeitung. "Wenn es zu einer gemeinsamen Liste kommen sollte, bin ich bereit, mitzumachen", sagte Lafontaine. Die aus Protest gegen die Reformpolitik der Bundesregierung von Gewerkschaftern und ehemaligen SPD-Mitglieder entstandene Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) hatte bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2,2 Prozent der Stimmen gewonnen.

Lafontaine kritisierte auch Kanzler Schröder. Dessen Politik sei nach seiner Meinung und auch nach dem "Urteil vieler Wähler keine sozialdemokratische Politik" mehr, sagte Lafontaine dem Magazin "Cicero". Lafontaine bedauerte, dass er vor der Bundestagswahl 1998 die Kanzlerkandidatur nicht für sich reklamiert habe. Es sei ein politischer Fehler gewesen, den Spitzenplatz Schröder zu überlassen. "Nur der Kanzler bestimmt die Richtlinien der Politik", sagte Lafontaine. In dem Moment, in dem Schröder "die politisch-inhaltlichen Vereinbarungen" mit ihm gebrochen habe, sei für ihn das rot-grüne Projekt gescheitert gewesen.

Lafontaine war im März 1999 nach einem Zerwürfnis mit Schröder als Bundesfinanzminister und SPD-Chef zurückgetreten. Er hatte sich seitdem immer wieder als Kritiker des Kanzlers hervorgetan.

Für Schröder liegt die gemeinsame Zeit mit Lafontaine offenbar lang zurück. In der "Zeit" antwortete er auf die Frage, ob der Verlust seines Finanzministers eine verpasste Möglichkeit gewesen sei, mit zwei knappen Worten: "Welcher Finanzminister?"

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