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03.08.2005
 

Wahlkampf

Schröder verliert das Vorspiel

Der Vorkampf geht an Angela Merkel: Bundeskanzler Gerhard Schröder und die Unionskanzlerkandidatin werden sich im Bundestagswahlkampf nur zu einem Fernsehduell treffen. Am 4. September werden sich die beiden 90 Minuten vor laufenden Kameras streiten.

Merkel und Schröder: Nur ein Duell
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[M] DDP

Merkel und Schröder: Nur ein Duell

Berlin - Vier Moderatoren sollen während des Duells, das um 20.30 beginnt, die Fragen stellen: Sabine Christiansen für die ARD, Maybrit Illner für das ZDF, Peter Kloeppel für RTL und Thomas Kausch für Sat1. Alle vier Sender übertragen das Aufeinandertreffen live. Das wurde nach den Verhandlungen der Parteien- und Sendervertreter heute in Berlin bekannt.

Einzelne Themenkomplexe würden jeweils paarweise moderiert, kündigten die Sender an. Über die Zusammenstellung der Paare werde noch entschieden. Im Unterschied zum vergangenen Bundestagswahlkampf soll es diesmal kein strenges Zeitreglement geben. "Alle Beteiligten waren sich einig, dass das Duell möglichst lebendig und spontan verlaufen soll", hieß es. Die Moderatoren sollten lediglich auf etwa gleichgewichtige Redeanteile achten.

Schon vor den abschließenden Beratungen der Sender und der Sekundanten hatte sich abgezeichnet, dass als Kompromiss im Streit über Anzahl und Gestaltung von TV-Duellen ein einziges Gespräch in Überlänge vereinbart werden könnte. "Wir haben uns zwei Duelle gewünscht", erklärte ARD-Chefredakteur Hartmann von der Tann. "Aber wir akzeptieren das Ergebnis der Gespräche und machen uns jetzt an die Umsetzung." ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender sagte: "Es ist nicht das Idealkonzept, aber ein Duell ist besser als keins." Das nun beschlossene Konzept sei von den Sendern, nicht von den Parteien vorgetragen worden, betonte er.

Schröder hatte sich zu zwei Begegnungen bereit gezeigt, CDU-Chefin Merkel wollte aber wegen Zeitmangels im kurzen Wahlkampf nur für eine Debatte zur Verfügung stehen. Regierungssprecher Béla Anda hatte vor Beginn der Beratungen erklärt, wenn Merkel "weder Zeit noch Mut" für zwei Streitgespräche habe, "dann soll es eins sein".

Anda betonte, es gehe darum, die Öffentlichkeit zu informieren. Er könne sich über die Auseinandersetzung nur wundern. Zwei Duelle seien inzwischen nationaler und internationaler Standard.

Der CDU-Unterhändler Willi Hausmann zeigte sich nach dem Treffen zufrieden. Bei einem kurzen Wahlkampf müsse die wenige Zeit optimal genutzt werden, sagte er. Wenn alle Fragen in einem Duell beantworten werden könnten, sei das doch besser als zwei Duelle zu veranstalten.

Schröder maß einem Duell mit Merkel keine übermäßige Bedeutung bei. "Man sollte daraus nicht das eigentliche Ereignis der Wahlauseinandersetzung machen", sagte er vor der Entscheidung. Er komme "zur Not auch alleine" und sehe das alles "nicht so problematisch".

Die Praxis der Fernsehduelle nach amerikanischem Vorbild habe sich im Wahlkampf 2002 bewährt und sei eine "gute Übung" gewesen, sagte der Kanzler. Er hätte sich vorgestellt, dass diese Übung fortgesetzt werde. Wenn dem nicht so sein sollte, gebe es auch andere Möglichkeiten. Die Veranstaltung sollte jedoch nicht von Inhalten ablenken. "Wir sollten daraus keine Staatsaktion machen." Schröder vertrat die Ansicht, der Streit sei eher eine Frage, die das Selbstbewusstsein der Sender und Medienleute berühre. 2002 seien beide Debatten von 15 Millionen Zuschauern gesehen worden.

"Es war der dringlichste Wunsch der Union seinerzeit, dass diese Diskussionen stattfanden." Es habe damals seitens großer Zeitungen sogar Vorschläge gegeben, jede Woche ein solches Duell stattfinden zu lassen.

"Man kann das natürlich auch stilisieren", warnte Schröder. Der Ausgang eines Duells sei keineswegs gewiss. "Ich rate dazu, gelassen damit umzugehen. Auch meiner Gegnerin. Das kann man durchaus gewinnen", sagte Schröder.

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