Hannover - "Eine wirklich authentische Stimme aus dem Sozialflügel der Union fehlt", beklagte Horst Seehofer in der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse". Zum Führungsstil Angela Merkels bemerkte er kritisch: "Harmonie geht vor Diskussion." Für den Fall eines Regierungswechsels kündigte Seehofer an, an seinem Widerstand gegen die von der Union geplante Gesundheitsprämie festhalten zu wollen. Einer entsprechenden Gesetzesvorlage werde er nicht zustimmen, betonte er - "jedenfalls all den bisher bekannten Modellen nicht". Aus diesem Grund habe er auch dem Wahlprogramm der Union nicht zugestimmt.
Inzwischen ist Niedersachsens Ministerpräsident und CDU-Vizechef Christian Wulff erneut auf Distanz zu Äußerungen von Bayerns Regierungschef Edmund Stoiber (CSU) gegangen. "Es ist ungerecht, den Osten ständig mit der PDS in Verbindung zu bringen", sagte Wulff der "Berliner Zeitung". "Wenn man die Menschen in den neuen Ländern ständig an Gysi misst, dann tut man ihnen unrecht." Stoiber hatte vor einigen Tagen mit umstrittenen Äußerungen zu Ostdeutschland für politischen Wirbel gesorgt.
Wulff sagte, er sei beeindruckt "von der Flexibilität und Mobilität vieler Ostdeutscher". Kaum jemand von ihnen sei noch in seinem ursprünglich erlernten Beruf tätig. "Die Ostdeutschen haben viel Veränderungsbereitschaft bewiesen", betonte der CDU-Vizechef.
Trotz der Stoiber-Äußerungen sieht Wulff die Wahlchancen seiner Partei in den neuen Ländern nicht geschmälert. "Ich bin mir sicher, die CDU wird am 18. September ganz klar die stärkste politische Kraft in Ostdeutschland", sagte er.
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