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23.08.2005
 

Bayern

Schröder stürzt sich in die Fluten

Von Carsten Volkery

Die Berliner Politik reagiert auf die Flut in Bayern: Gerhard Schröder und zwei Minister werden wohl in die Krisenregion reisen. Der bayerische SPD-Chef Ludwig Stiegler hatte dem Kanzler noch gestern Nachmittag von einem Besuch abgeraten.

Katastrophen-Alarm in Garmisch-Partenkirchen: "Wenn Schröder jetzt käme, würde das als Wahlkampfeinsatz interpretiert"
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DPA

Katastrophen-Alarm in Garmisch-Partenkirchen: "Wenn Schröder jetzt käme, würde das als Wahlkampfeinsatz interpretiert"

Berlin - Bei einem seit langem geplanten Aufenthalt in Augsburg wolle sich der Kanzler auch über die aktuelle Lage im Hochwassergebiet informieren, teilte ein Regierungssprecher am Dienstagnachmittag mit. Schröder hat am Donnerstagabend einen Wahlkampfauftritt in Augsburg. In der Stadt wurde wie in anderen bayerischen Orten auch wegen der bedrohlichen Lage Katastrophenalarm ausgelöst.

Nach Angaben der bayerischen SPD wird auch Innenminister Otto Schily am Mittwoch in die Hochwassergebiete Bayerns reisen, um sich ein Bild von der Lage zu machen und die Einsatzkräfte des THW zu besuchen. Eine Sprecherin des Innenministeriums sagte, eine entsprechende Reise werde geprüft. Am Nachmittag hieß es, Schily werde die Gebiete überfliegen. Einzelheiten zu eventuellen Stops wurden nicht bekannt. Auch Verteidigungsminister Peter Struck erwäge eine Reise in die Krisenregion, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums SPIEGEL ONLINE.

Noch am Nachmittag hatte der bayerische SPD-Landesvorsitzende Stiegler dem Kanzler von einem Besuch der Krisenregion zum derzeitigen Zeitpunkt abgeraten. "Wenn Schröder jetzt käme, würde das als Wahlkampfeinsatz interpretiert", sagte er SPIEGEL ONLINE.

Bisher sei das Hochwasser in Bayern eine "regionale Krise" und nicht mit der Flut von 2002 zu vergleichen, so Stiegler. Damals hatte Schröder nicht zuletzt dank publikumswirksamer Bilder an der Elbe die Bundestagswahl im letzten Moment noch gewinnen können.

Der Kanzler müsse erst kommen, wenn sich die Flut zu einer "nationalen Katastrophe" auswachse, sagte Stiegler. Der Besuch von Schily und eventuell Struck sei hingegen etwas anderes. "Schließlich haben beide Truppen im Einsatz."

Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber hatte heute bereits den überfluteten Ort Eschenlohe besucht. Dabei pries er die Investitionen Bayerns in den Hochwasserschutz. Stiegler hingegen kritisierte Stoiber scharf, weil der die Hochwassermittel in den letzten Jahren drastisch gekürzt habe. "In seinem Sparwahn hat der Stoiber an der falschen Stelle gespart", sagte Stiegler. "Die Bürger müssen es nun ausbaden."

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