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27.08.2005
 

Umfrage

Linkspartei sinkt weiter in der Wählergunst

Während die Linkspartei/PDS heute in Berlin auf einem Parteitag ihren Wahlkampf einläutet, sinken ihre Chancen bei der Bundestagswahl. Meinungsforscher rechnen inzwischen damit, dass die Truppe um Lafontaine und Gysi unter sieben Prozent landen wird.

Hamburg - Ein entsprechende Prognose ist das Ergebnis einer von "Bild am Sonntag" in Auftrag gegebenen Umfrage unter Deutschlands führenden Meinungsforschungsinstituten. Angesichts der Debatte um den Spitzenkandidaten Oskar Lafontaine rechnen die Demoskopen sogar damit, dass die Linkspartei unter die Sieben-Prozent-Marke fällt.

Emnid-Geschäftsführer Klaus-Peter Schöppner sagte: "Die Linkspartei geht in der Wählergunst nach unten. Die anfängliche Euphorie ist verflogen, jetzt treten Ermüdungserscheinungen ein. Wenn die Diskussion um Lafontaine als Luxus-Linken weitergeht und seine Glaubwürdigkeit als Anwalt der kleinen Leute untergräbt, kann die Linkspartei noch unter sieben Prozent fallen."

Der Geschäftsführer von Infratest dimap, Richard Hilmer, verwies auf den "innerparteilichen Streit, der nach außen dringt - etwa um die Höhe der geforderten Mindestlöhne oder um Luxus-Eskapaden des Spitzenkandidaten Lafontaine". Hilmer sagte voraus: «Wenn sich die Sozialisten weiter zerfleischen, kann es leicht passieren, dass sie in der Wählergunst unter die Sieben-Prozent-Marke sinken.»

Forsa-Geschäftsführer Manfred Güllner sagte, "der Höhenflug der Linkspartei scheint zu Ende. Und sie kann noch weiter abrutschen". Jetzt komme zum Tragen, "dass PDS und WASG überhaupt nicht zusammenpassen". Güllner fügte hinzu, er wolle nicht ausschließen, "dass die Linkspartei bis auf sieben Prozent abrutscht".

Die Linkspartei werde bei der Bundestagswahl «deutlich hinter den Erwartungen zurückbleiben". Die Tendenz gehe kontinuierlich nach unten, prognostizierte der Leiter der Forschungsgruppe Wahlen, Matthias Jung. «Nur ein diffuser Protest ist zu wenig, um bei einer Bundestagswahl zweistellig werden zu können. Ich glaube aber auch nicht, dass die Linkspartei unter sechs Prozent fällt. Dafür ist die umbenannte PDS allein im Osten zu stark.»

In machen Umfragen hatte die Linkspartei schon 13 Prozent der Stimmen erreicht, inzwischen liegt sie zwischen acht und zehn Prozent.

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