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17.09.2005
 

Bundestagswahl

Gerüchte um Schröders Zukunft

So knapp der Wahlausgang auch sein mag, ein Bundeskanzler Gerhard Schröder kommt in den wenigsten Gedankenspielen über künftige Koalitionen vor. Schon tauchen Gerüchte über einen Wechsel Schröders in die Wirtschaft auf. Der Regierungschef lässt dementieren.

Chemnitz - Als "Autokanzler" und "Genossen der Bosse" bezeichnete man Gerhard Schröder zu Beginn seiner Regierungszeit gern. Wenig würde es da verwundern, wenn dem Kanzler nach einem möglichen Ausscheiden aus der Politik in der Wirtschaft so manche Türen offenstünden. Doch just am Tag vor der Bundestagswahl will Schröder davon freilich nichts hören.

Regierungssprecher Béla Anda dementierte daher heute einen Zeitungsbericht über angebliche Wechselabsichten seines Chefs im Falle einer Wahlniederlage. Der Bericht, wonach Schröder bei einer Niederlage von der Politik in die Wirtschaft wechseln werde, sei "verleumderisch und falsch", sagte Anda. Die Chemnitzer "Freien Presse" hatte berichtet, dass Schröder angeblich ein Angebot zur Mitarbeit bei der amerikanischen Investmentbank Merrill Lynch erhalten haben soll.

Anda widersprach zugleich der Darstellung der Zeitung, dass er zu deren Bericht keine Stellungnahme habe abgeben wollen. Er habe vielmehr gegenüber der "Freien Presse" den Bericht ausdrücklich zurückgewiesen. Nach Zeitungsangaben sollen für Schröder bei der Investmentbank rund 1,5 Millionen Euro als Jahresgehalt ausgehandelt worden sein.

Der Sprecher von Merrill Lynch, Nigel Webb, erklärte, der Bericht sei vollkommen substanzlos und kompletter Nonsens. Das Bankhaus gehört zu den weltweit ersten Adressen für Investitionsentscheidungen und Kapitalanlagen, und hat Vertretungen in mehr als 40 Ländern. Vorsitzender der Geschäftsführung von Merrill Lynch in Deutschland und Österreich ist seit Mai dieses Jahres ebenfalls ein ehemaliger Politiker: der frühere Jenoptik-Chef und baden-württembergische Ministerpräsident Lothar Späth (CDU).

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