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Kurzmeldungen Chronik eines Wahl-Thrillers

12. Teil: Nachrichten vor 18.30 Uhr

+++ Sager: In die Opposition +++

[18.28] Die Grünen-Fraktionschefin Krista Sager sagte im ZDF, die Partei sei darauf eingestellt, in die Opposition zu gehen, wenn es keine Mehrheit für Rot-Grün mehr gebe. Jetzt müsse man abwarten, was die großen Parteien machten. Mit dem Ergebnis für ihre Partei zeigte sich Sager zufrieden. Mit einer acht vor dem Komma hätten sich die Grünen gut behauptet, erklärte sie. Dies sei eine große Bestätigung für die Themen der Grünen.

+++ Bisky: Keine Koalition mit SPD und Grünen +++

[18.26] Der Vorsitzende der Linkspartei, Lothar Bisky, hat eine Koalition mit SPD und Grünen ausgeschlossen. "Wir können mit keiner Partei, die den Kurs der Agenda 2010 verfolgt, koalieren", sagte Bisky bei der Wahlparty der in Linkspartei umbenannten PDS. Zu dem verfehlten Wahlziel, drittstärkste Kraft zu werden, sagte er: "Wir sind drin." Die Linkspartei habe es gemeinsam mit der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) geschafft, eine schwarz-gelbe Koalition zu verhindern.

+++ Wowereit schließt Koalition mit Linkspartei aus +++

[18.23] Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat nach den ersten Hochrechnungen der Bundestagswahl ein rot-rot-grünes Bündnis ausgeschlossen. "Für uns ist ganz klar: Mit der Linkspartei gibt es keine Koalitionsmöglichkeit", sagte Wowereit in der ARD. Man werde sehen müssen, wie eine neue Bundesregierung gebildet werden könne. Im Land Berlin regiert Wowereits SPD in einer Koalition mit der Linkspartei.

+++ Freude bei der FDP weicht Entsetzen über die Union +++

[18:20] Der Jubel über das eigene starke Ergebnis weicht im Thomas-Dehler-Haus bei der FDP dem Entsetzen über das Abschneiden der Union. Jetzt heißt es abzuwarten, ob es überhaupt zum Wechsel reicht.

+++ Glückliche Gesichter bei der Linkspartei +++

[18:15] Nur glückliche Gesichter gibt es bei der Wahlparty der Linkspartei im großen Zelt neben dem ehemaligen Palast der Republik in Berlin. PDS-Parteichef Lothar Bisky: "Wir haben Schwarz-Gelb verhindert." Einer Regierungsbeteiligung jeglicher Art erteilt Bisky eine klare Absage.

+++ BBC: Knapper Sieg für Deutschlands Rechte +++

[18.14] Auf der Website von BBC heißt es: "Knapper Sieg für Deutschlands Rechte". CNN meldet als Breaking News: "Merkel scheint Parlamentsmehrheit zu verfehlen".

+++ Erste ZDF-Hochrechnung +++

[18.13] Die Union ist auch laut erster ZDF-Hochrechnung stärkste politische Kraft geworden. CDU und CSU kommen demnach auf 36,6 Prozent der Stimmen (2002: 38,5 Prozent). Die FDP schafft eine deutliche Steigerung auf 10,5 Prozent (2002: 7,4 Prozent). Damit hat die rot-grüne Koalition nach sieben Jahren ihre Bundestagsmehrheit verloren. Die Sozialdemokraten verlieren klar und erreichen 33,2 Prozent (2002: 38,5 Prozent). Die Grünen liegen bei 8,1 Prozent (2002: 8,6 Prozent). Die Linkspartei.PDS legte der Hochrechnung zufolge auf 8,1 Prozent der Stimmen (2002: 4,0 Prozent) zu und kann damit wieder in Fraktionsstärke in den Bundestag ziehen.

+++ Erste ARD-Hochrechnung +++

[18.12] Die rot-grüne Koalition ist abgewählt worden. Stärkste Kraft wird der ersten ARD-Hochrechnung zufolge die Union, die 35,7 Prozent der Stimmen (2002: 38,5 Prozent) erreicht. Die Sozialdemokraten kommen auf 33,8 Prozent (2002: 38,5 Prozent) der Stimmen. Die FDP schafft 10,4 Prozent (2002: 7,4 Prozent). Die Grünen liegen bei 8,4 Prozent (2002: 8,6 Prozent). Die Linkspartei.PDS erreicht laut Hochrechnung 7,7 Prozent der Stimmen (2002: 4 Prozent).

+++ Grünen gestehen rot-grüne Niederlage ein +++

[18:08] Die politische Geschäftsführerin der Grünen, Steffi Lemke, gesteht die Niederlage von Rot-Grün ein: "Unser zweites Ziel, Rot-Grün zu erhalten, haben wir nicht erreicht. Opposition ist jetzt die realistische Alternative. Jetzt sind die beiden großen Parteien am Zug." Das bedeutet: Keine offizielle Absage an die Ampel zu diesem Zeitpunkt.

+++ Riesenjubel bei der FDP +++

[18:07] Riesenjubel im Thomas-Dehler-Haus in Berlin bei der FDP-Wahlparty. "An uns liegt es nicht, wenn der Wechsel nicht zustande kommt", heißt es von allen Seiten. Der parlamentarische Geschäftsführer der FDP, Jörg van Essen, sprach in der ARD von einem der besten Ergebnisse der Liberalen. Er verwies auf die Koalitionsaussage zu Gunsten der Union, die nach wie vor fest gelte, und schloss eine Ampelkoalition "ganz klar" aus.

+++ Platzeck jubelt +++

[18.06] Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck (SPD): "Die CDU hat krachend abgenommen. Die SPD hat fulminant zugelegt. Das grenzt nicht an einem Wunder, das war harte Arbeit."

+++ Schipanski erfreut, Althaus enttäuscht +++

[18.05] Die Präsidentin des Thüringer Landtags, Dagmar Schipanski (CDU), sieht nach einer ersten Prognose das Ziel der Abwahl von Rot-Grün erreicht. Zwar seien die Erwartungen für die CDU nicht erfüllt worden. Dennoch sei die Union stärkste Partei und habe damit einen Regierungsauftrag. Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) sieht das vollkommen anders: Die Union habe ihr Ziel einer Mehrheit mit der FDP "nicht erreicht", räumte Althaus ein. Er sei allerdings froh, dass Rot-Grün abgewählt wurde. Die Union habe nun als stärkste Partei den Auftrag zur Regierungsbildung.

+++ Koch: Schwieriges Ergebnis +++

[18.04] Hessens Regierungschef Roland Koch (CDU) sagt im ZDF: "Ein sehr, sehr schwieriges Ergebnis. Angela Merkel hat den Regierungsauftrag. Niemand darf eine große Koalition ausschließen, das haben die großen Parteien nie getan." Es sei aber noch zu früh, um konkrete Schlussfolgerungen aus dem Wahlergebnis zu ziehen. Ein Zusammengehen mit der SPD würde er aber als sehr kritisch ansehen: "Ich halte es für sehr, sehr schwierig, so etwas zu Stande zu bekommen."

+++ Grüne: Buh-Rufe für die FDP +++

[18:03] Bei der Grünen-Wahlparty im Flughafen Berlin-Tempelhof erkennt man: Das Ende von Rot-Grün ist besiegelt. Trotzdem gibt es Jubel wegen der schwachen CDU-Werte. Viele Buh-Rufe gibt es für das FDP-Ergebnis. Dann wieder Jubel, weil die Grünen bei der Sitzverteilung offenbar kaum Verluste einstecken müssen. Im Vordergrund steht die Verhinderung von Schwarz-Gelb, über das Ende von Rot-Grün redet hier noch niemand. Empört schreien die Grünen-Anhänger "Buh", als die ARD eine Grafik für eine mögliche Koalition aus Union, FDP und Grünen einblendet.

+++ Erste ZDF-Prognose +++

[18.02] Die Union ist laut ZDF-Prognose stärkste politische Kraft geworden. CDU und CSU kommen demnach auf 37,0 Prozent der Stimmen. Die SPD verliert und erreicht nur noch 33,0 Prozent. Die Grünen liegen bei 8,0 Prozent. Damit hätte die rot-grüne Koalition ihre Mehrheit verloren. Die FDP schafft eine deutliche Steigerung auf 10,5 Prozent. Die Linkspartei.PDS legte der Prognose zufolge auf 8,0 Prozent der Stimmen zu.

+++ Erste ARD-Prognose +++

[18.01] Aus der vorgezogenen Bundestagswahl geht die Union laut der Prognose für die ARD trotz eines unerwartet schlechten Abschneidens als stärkste Kraft hervor, verpasst aber eine schwarz-gelbe Mehrheit mit der FDP. Der am Sonntag um 18.00 Uhr veröffentlichten ARD-Prognose kommen CDU und CSU mit ihrer Spitzenkandidatin Angela Merkel überraschend nur auf 36 Prozent der Stimmen. Die FDP verbessert sich erheblich und erreicht 10,5 Prozent. Die SPD von Bundeskanzler Gerhard Schröder verliert und landet bei 33,5 Prozent. Auf die Grünen entfallen 8,5 Prozent und auf die Linkspartei 8,5 Prozent.

+++ Schließung der Wahllokale +++

[18.00] Die Wahllokale sind geschlossen. Bei der Bundestagswahl 2002 kam die SPD auf 38,5 Prozent der Stimmen, die Union erreichte - mit ein paar tausend Stimmen weniger - ebenfalls 38,5 Prozent. Die Grünen kamen auf 8,6 Prozent, die FDP auf 7,4 und die PDS (jetzt Linkspartei) auf vier Prozent.

+++ Wahlforscher: Auf den Kanzler kommt es nicht an +++

[17.40] Bei ihrer Wahlentscheidung haben die meisten Wähler nach Einschätzung von Demoskopen vor allem auf die Programme der Parteien geachtet. Diese seien für mehr als drei Viertel der Wahlberechtigten wichtiger gewesen, als die Person des jeweiligen Spitzenkandidaten, berichteten ARD und ZDF am Sonntag noch vor Schließung der Wahllokale. Obwohl Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) deutlich mehr Sympathie beim Wahlvolk genieße, werde seine Herausforderin Angela Merkel (CDU) als glaubwürdiger bewertet.

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