Berlin - Schröder sieht sein Verhalten am Wahlabend in der Runde mit den anderen Spitzenkandidaten inzwischen selbstkritisch. "War nicht gut, ich weiß", sagte Schröder der Wochenzeitung "Die Zeit". Alkohol sei nicht dabei im Spiel gewesen, heißt es in dem Bericht.
Schröder war in der Diskussionsrunde nach Meinung vieler Kritiker zu selbstbewusst und arrogant aufgetreten. Den moderierenden Chefredakteuren von ARD und ZDF, Hartmann von der Tann und Nikolaus Brender, hatte der Kanzler parteiische Berichterstattung unterstellt.
Schröder hatte bereits nach dem TV-Auftritt mitgeteilt, seine Frau Doris Schröder-Köpf habe seinen Auftritt in der "Elefantenrunde" als "ein bisschen zu krawallig" kritisiert. Schröder gab jetzt zu erkennen, er sei von seiner Gattin offenkundig noch deutlich strenger zur Ordnung gerufen worden, als er das zunächst berichtet hatte.
Gleichzeitig betonte er, an seinem Anspruch auf die Kanzlerschaft festzuhalten: "Wenn du selbst nicht glaubst, dass du das Optimale erreichst, dann kommst du da nie hin", sagte Schröder. Und in Anspielung auf das vor dem Wahltag ausgegebene Wortspiel "Sieg oder Viktoria", das sich auf den Rückzug ins Privatleben mit seiner Adoptivtochter nach einer Niederlage bezog, sagte Schröder: "Jetzt heißt es: Sieg und Viktoria."
Hinter ihm liege "die schwerste Zeit meines Lebens", betonte der Kanzler. Er kündigte an, in seinen Memoiren zu berichten, wie er zusammen mit SPD-Chef Franz Müntefering die Neuwahl-Entscheidung getroffen habe: "Irgendwann schreibe ich darüber." Über die SPD sagte Schröder: "An der Partei liegt mir viel mehr, als die meisten glauben."
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