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12.11.2005
 

Halbe

Gegendemonstranten stoppen Neonazis

Mehrere tausend Menschen haben im brandenburgischen Halbe einen Aufmarsch von Neonazis verhindert. Stundenlang blockierten die Demonstranten den Weg zum Waldfriedhof, den die Rechtsextremisten sich als Wallfahrtsort auserkoren haben.

Halbe - Seit einigen Jahren marschieren sie jeweils am Samstag vor dem Volkstrauertag zu einem "Heldengedenken" für Wehrmacht und Waffen-SS am Waldfriedhof Halbe auf. In der Gemeinde sind etwa 28.000 Soldaten begraben, die bei der Kesselschlacht von Halbe 1945 umgekommen sind. Dieses Jahr waren etwa 1600 Neonazis im Ort.

Polizisten stoppen Neonazis: "Halbe darf kein Ort der Ewiggestrigen sein"
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DDP

Polizisten stoppen Neonazis: "Halbe darf kein Ort der Ewiggestrigen sein"

Schon am Vormittag hatten deshalb mehrere hundert Menschen auf dem Friedhof an einer Veranstaltung zum Protest gegen die unerwünschten Besucher und zum Gedenken an die Opfer der NS-Herrschaft teilgenommen. "Wir dürfen nicht zulassen, dass Halbe ein regelmäßiger Wallfahrtsort für Rechtsextremisten und Ewiggestrige wird", warnte der brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm (CDU).

Zu einer weiteren Protestkundgebung gegen die Rechtsextremisten unter dem Motto "Tag der Demokraten" hatte ein vom Land Brandenburg geführtes breites Aktionsbündnis aus Parteien, Gewerkschaften, Initiativen und Vereinen aufgerufen. Die Polizei war mit rund 2000 Beamten im Ort, um Zusammenstöße zwischen den gegnerischen Seiten zu verhindern. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hatte den Rechtsextremisten am Freitagabend erlaubt, über die Hauptstraße der Gemeinde zu dem Friedhof zu marschieren, und damit Auflagen der Polizei außer Kraft gesetzt.

Die Gegendemonstranten blockierten am Nachmittag stundenlang den Weg zum Friedhof. Nach drei Stunden Warten stürmten die Rechtsextremisten auf einmal mit dem Ruf "Straße frei der deutschen Jugend!" los und durchbrachen die Sperrkette der Polizei, wurden dann aber von Polizeiverstärkungen gestoppt, so dass sie nicht zum Block der Gegendemonstranten gelangen konnten. Vereinzelt wurden Polizisten mit Bierflaschen beworfen, ein Beamter wurde nach Polizeiangaben mit einem Pfefferspray angegriffen. Über Verletzte ist nichts bekannt.

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