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17.11.2005
 

Umfrage

Stoiber reißt Union in die Tiefe

Die Bayern kündigen Edmund Stoiber die Gefolgschaft. Zwei Drittel wollen einer Umfrage zufolge nicht, dass er wieder als Ministerpräsidenten-Kandidat antritt. Seine Partei hat er gleich mit in den Abgrund gerissen. Und die CDU steht auch nicht gut da.

München - Die CSU ist in der Wählergunst in Bayern drastisch eingebrochen. Wenn am Sonntag Landtagswahlen wären, kämen die Christsozialen nach einer heute vom Bayerischen Rundfunk veröffentlichten Umfrage auf nur noch 45 Prozent der Stimmen - 14 Prozentpunkte weniger als beim letzten Bayern-Trend vom Juli.

Edmund Stoiber: Nur noch 27 Prozent der Bayern für eine erneute Kandidatur
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REUTERS

Edmund Stoiber: Nur noch 27 Prozent der Bayern für eine erneute Kandidatur

Eine Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen käme demnach im Freistaat derzeit auf ebenso viele Stimmen wie die CSU. Die Sozialdemokraten liegen in der Umfrage bei 24 Prozent, die FDP bei elf und die Grünen bei zehn Prozent.

Stoiber selbst hat das Hin und Her um seinen Wechsel in die große Koalition stark an Zuspruch gekostet. Fast zwei Drittel der Bürger in Bayern (65 Prozent) wollen, dass er bei der kommenden Landtagswahl 2008 nicht mehr als Kandidat für das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten antritt. Nur noch 27 Prozent können sich seine Kandidatur vorstellen. Selbst von den CSU-Anhängern ist eine Mehrheit gegen eine erneute Kandidatur; 48 Prozent wollen einen anderen Ministerpräsidenten, nur 45 Prozent sind weiter für Stoiber.

Bei der Frage, mit welchem Kandidaten die CSU bei der nächsten Landtagswahl wohl am besten abschneiden würde, gaben 51 Prozent aller Befragten und 53 Prozent der CSU-Anhänger den Namen von Landes-Innenminister Günther Beckstein an. Edmund Stoiber sehen nur 15 Prozent als besten Kandidaten (24 Prozent der CSU-Anhänger), Staatskanzleichef Erwin Huber dreizehn Prozent (zwölf Prozent CSU). Kaum eine Rolle spielt mit fünf Prozent Landtagsfraktionschef Joachim Herrmann.

Der BR befragte am Dienstag und Mittwoch und damit nach dem von der CSU als Zeichen für einen Stimmungsumschwung erhofften kleinen CSU-Parteitag insgesamt tausend Bürger in Bayern.

Auch bundesweit hat die Union an Zustimmung einbüßen müssen. Union und SPD liegen in Umfragen jetzt auf Augenhöhe. Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, kämen Union und SPD jeweils auf 34 Prozent, ergab der Deutschland-Trend des Instituts Infratest dimap im Auftrag des ARD-Morgenmagazins und des Bayerischen Fernsehens. Das bedeutet für die Union einen Verlust von drei Prozentpunkten in den vergangenen vier Wochen.

Die FDP käme auf elf Prozent (plus 2), die Grünen (plus 1) und die Linkspartei.PDS jeweils auf neun, die übrigen Parteien auf drei Prozent.

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