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10.12.2005
 

Gas-Pipeline

Schröders zwielichtiger Genosse

Gerhard Schröder ist nicht der einzige Freund von Russlands Präsident Putin, der mit einem Posten bei der Nordeuropäischen Gas-Pipeline bedacht wurde. Mit dabei ist auch ein ehemaliger Offizier der Staatssicherheit – heute Repräsentant der Dresdner Bank in Moskau.

Hamburg - Laut SPIEGEL-Informationen wurde ausgerechnet Matthias Warnig zum Chef des deutsch-russischen Konsortiums NEGP berufen - bislang oberster Vertreter der Dresdner Bank in Russland und langjähriger Intimus der Familie des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Dem Bundesamt für Verfassungsschutz zufolge wurde der heutige Top-Manager als Stellvertretender Leiter des Referats 5 der Abteilung XV des DDR-Auslandsgeheimdienstes geführt. Presseberichte, nach denen sein direkter Zugang zu Putin bereits auf gemeinsame Spitzeltage im Osten Deutschlands zurückgehe, hat Warnig bisher dementiert.

Derweil sorgt die Personalie Schröder auch in Deutschland für Irritationen. So zeigte man sich in den Vorstandsetagen der Konzerne E.on und BASF überrascht von der angekündigten Berufung des Ex-Kanzlers in den NEGP-Aufsichtsrat. Die beiden deutschen Firmen halten zusammen 49 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen, das bis 2010 eine vier Milliarden Euro teure Versorgungsleitung durch die Ostsee legen will.

Offenbar ist die Causa auf kurzem Dienstweg zwischen Putin, dem Chef des staatlich kontrollierten Energiekonzerns Gasprom, Alexej Miller, und Schröder selbst geklärt worden.

Auch in der SPD-Spitze ist man über das Engagement des Ex-Kanzlers verwundert, offiziell kommentieren wollte die Parteiführung dies gestern jedoch nicht. Allein Vorstandsmitglied Hermann Scheer, anerkannter Umweltexperte der SPD, wagte sich aus der Deckung. "Ich finde es bedauerlich, wenn sich der Ex-Kanzler mit einem solchen Unternehmen einlässt. Schröder hätte sich das verkneifen sollen", so Scheer.

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