Berlin - "Jetzt haben wir eine handlungsfähige Regierung aus beiden Volksparteien, die bereit sind, gemeinsam anzupacken", sagte Köhler. "Unsere Regierungspolitiker beginnen, parteipolitische Grenzen zu überwinden." Dies sei "vielleicht ein guter Ansatz", neue Wege bei der Lösung der Probleme zu gehen.
Bei seinen Besuchen im Land begegne er immer wieder Menschen, die versuchten, "gemeinsam etwas für ihre Anliegen in der Heimat zu bewirken". Dabei ließen sie sich nicht von unterschiedlichen politischen Überzeugungen stören. Diese Haltung der Bürger könne allen Vorbild sein. "Dann können wir erleben: Veränderungen lassen sich gemeinsam gestalten, und die Dinge fügen sich", sagte Köhler.
Deutschland stehe vor "einem Berg von Aufgaben", betonte der Bundespräsident. Vor den Politikern liege viel Arbeit, "sie tragen eine hohe Verantwortung". Köhler wies allerdings darauf hin, dass niemand zaubern könne, nur arbeiten. "Es wird Zeit brauchen", rief er die Bürger zu Geduld auf. Das Ziel jedoch sei, dass Deutschland wieder an die Spitze in Europa gelange, wo die Bundesrepublik jahrzehntelang gewesen sei.
"Wir sind bereit, neue Erfahrungen zu sammeln", sagte Köhler, "wir werden dazulernen, und so werden wir neue Kraft gewinnen." Er rief dazu auf, auf diesem Weg die "alten Tugenden" nicht zu vergessen: "Ein bisschen mehr Ehrlichkeit, Anständigkeit und Redlichkeit im täglichen Umgang können uns wirklich nicht schaden." Köhler mahnte zugleich, die, "die am Rand stehen und sich einsam und schlecht fühlen", zurück in die Mitte der Gesellschaft zu holen.
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