Von Severin Weiland
Berlin - Die Reaktionen auf die Äußerungen von Susanne Osthoff, die im arabischen Fernsehsender al-Dschasira erstmals ihre Entführung im Irak geschildert hatte, reißen nicht ab. "Es ist unerträglich, wie wohlwollend sich Frau Osthoff zu ihren Geiselnehmern äußert", erklärte heute der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Eckart von Klaeden, im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE.
Geiselnahme, Erpressung und die Drohung mit der Ermordung seien verabscheuungswürdige Verbrechen, daran änderten auch angebliche politische Motive nichts, so der CDU-Politiker weiter. Wer so handele, wolle auf jeden Fall eine friedliche und demokratische Entwicklung des Irak verhindern. Im Zusammenhang mit Spekulationen, wonach die deutsche Archäologin weiterhin im Irak ihrer Arbeit nachgehen will, erklärte von Klaeden: "Frau Osthoff ist eine Gefahr für sich und andere, wenn sie ihre Tätigkeit im Irak fortsetzt. Eine terroristische Geiselnahme bringt nämlich nicht nur für die Geisel, sondern auch für diejenigen, die verpflichtet sind, sie zu retten, erhebliche Gefahren mit sich."
In der Debatte über Osthoffs Verhalten hatten sich in den vergangenen Tagen mehrere Spitzenpolitiker geäußert, darunter auch die Grünen-Chefin Claudia Roth. "In unserer Demokratie ist es gut und richtig, dass es freie und selbstbestimmte Entscheidungen gibt", verteidigte sie die Entscheidung des Entführungsopfers. Der Irak sei seit vielen Jahren Osthoffs Lebensmittelpunkt. "Wenn sie ihre archäologische oder humanitäre Arbeit im Irak fortsetzen will, wird ihr das niemand verbieten können." Außerdem könnte ihre Rückkehrentscheidung den Irakern Hoffnung und Zuversicht geben, so die Bundestagsabgeordnete der Grünen weiter.
Dagegen erklärte am Mittwoch der CDU-Abgeordnete von Klaeden SPIEGEL ONLINE: "Frau Osthoff taugt nicht als Vorbild. Das sollten vor allem diejenigen bedenken, die glauben, ihrem Beispiel folgen zu wollen."
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