Von Helmut Reich
Heiligendamm - Wladimir Putin will eine "Prachtvilla im deutschen Ostseebad Heiligendamm kaufen, um im Mai 2007 beim G8-Gipfel der mächtigsten Staaten quasi Mitgastgeber sein zu können", berichtet die "BILD"-Zeitung. Das Blatt beruft sich dabei auf Angaben aus Diplomatenkreisen über Verhandlungen zwischen dem Kreml und der Investoren-Gruppe Fundus, die im Besitz der Immobilie ist.
Johannes Beermann, Sprecher der Fundus-Gruppe von Anno August Jagdfeld, wollte diese Meldung nicht kommentieren. "Fakt ist allerdings, dass die so genannte Perlenkette derzeit aufwändig renoviert wird und dann zum Verkauf steht", so Beermann gegenüber manager-magazin.de.
Zu der Perlenkette gehören zahlreiche Eigentumswohnungen und Häuser, darunter auch die begehrte Prachtvilla "Haus Perle", um die sich Putin angeblich bemüht. "Dass in diesem Haus in der Vergangenheit europäische Fürsten und auch die russische Zarenfamilie abgestiegen sind, regt natürlich die Fantasie an", sagte der Sprecher der Fundus-Gruppe.
Der Bürgermeister von Bad Doberan, Hartmut Polzin, hat noch keine Informationen über einen möglichen Kauf der Villa in seinem noblen Ortsteil Heiligendamm. Über Putin würde er sich aber freuen: "Ein solch prominenter Eigentümer wäre hier natürlich sehr willkommen", so Polzin im Gespräch mit manager-magazin.de.
1996 hatte die Fundus-Gruppe, die in Berlin auch das Hotel "Adlon" wieder aufgebaut hat und deren "Fundus-Fonds 27" kürzlich Millionenverluste für Anleger brachte, das historische Gebäude-Ensemble gekauft. Im Zuge der Sanierung erstrahlt die "Weiße Stadt am Meer" mit dem bereits eröffneten "Grand Hotel Kempinski" - die Strandsuite kostet pro Nacht 850 Euro - fast wieder im Glanz vergangener Epochen.
Zum G8-Gipfel reisen Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, USA und Russland mit einem Tross aus 10.000 Beratern, Managern, Journalisten und Sicherheitskräften in das kleine Heiligendamm, das nur 250 ständige Bewohner aufweist.
Putin würde bei einem Kauf der Villa "Haus Perle" nur unweit von seinen Amtskollegen, die im Nobelhotel logieren, wohnen. Ein Standortvorteil läge bereits auf der Hand: Der russische Präsident hätte es einige Schritte dichter zur Ostsee. Ob Putin darin auch im recht kühlen Monat Mai sein tägliches Schwimmfitnessprogramm absolvieren würde, bleibt wie manches andere Detail dieser Geschichte allerdings abzuwarten.
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