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11.02.2006
 

Mohammed-Karikaturen

Protestmärsche in Berlin und Düsseldorf

In Berlin und Düsseldorf haben heute mehrere tausend Muslime gegen die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen protestiert. Entgegen der Befürchtungen verliefen die Demonstrationen nach Polizeiangaben friedlich.

Demo in Düsseldorf: Mit Koran gegen Karikaturen
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AP

Demo in Düsseldorf: Mit Koran gegen Karikaturen

Berlin - In Düsseldorf folgten den Angaben zufolge rund 2000 Menschen dem Aufruf zu einem Protestmarsch, der vom Hauptbahnhof zum dänischen Honorarkonsulat führte. In Berlin war zu Protesten vor der dänischen Botschaft aufgerufen worden, die von der Polizei weiträumig abgesperrt wurde. Hier beteiligten sich rund 1200 Muslime an der Kundgebung.

An der Protestaktion nahmen viele junge Leute und zahlreiche Frauen mit Kopftüchern teil. "Provokateure in der EU, den Propheten lasst in Ruh'", hieß es auf einem Transparent. Auch wurde eine Zensur für Mohammed-Karikaturen gefordert. "Wir respektieren die Gefühle der anderen und erwarten von anderen, uns zu respektieren", stand auf einem Spruchband. Die Polizei hatte Anweisung, den Protest sofort zu beenden, sollte eine Fahne verbrannt werden.

Auch in London versammelten sich mehrere tausend Menschen, um gegen die Karikaturen zu demonstrieren. Ein Sprecher des britischen Moslemrates, der zu der Kundgebung aufgerufen hatte, schätzte die Zahl der Teilnehmer auf rund 10.000 Menschen; die Polizei hingegen sprach von 3500 Menschen.

Angemeldet wurde die Berliner Demonstration von einem türkischstämmigen Geschäftsmann aus der Hauptstadt, der nach Einschätzung aus Sicherheitskreisen kein islamistischer Fanatiker ist und hinter dem keine Organisation steht. Die Polizei zog einige Fahnen ein, die gegen das Vereinsgesetz verstießen. Außerdem wurden mehrere Demonstranten, die teilweise vermummt waren, überprüft. Auch in Düsseldorf sprach die Polizei von einem insgesamt friedlichen Verlauf des Protestzugs.

Im Vorfeld der Demonstration hatte die Initiative Berliner Muslime mehr als 5.000 Unterschriften vor allem in arabischen Kreisen gesammelt, um damit ihren Protest gegen die Karikaturen zu dokumentieren. Ein Sprecher sagte, die Unterschriften seien bereits vor der Demonstration der dänischen Botschaft übergeben worden.

In der Protestresolution hieß es unter anderem: "Wir möchten mit dieser Aktion deutlich machen, dass wir uns von jeglicher Pauschalisierung, Gewalttätigkeit und Hassparolen von muslimischer Seite oder anderer distanzieren und die Muslime zu besonnenem Handeln aufrufen." Durch das "Herumtrampeln" auf religiösen Gefühlen werde aber der Presse- und Meinungsfreiheit geschadet.

Erst gestern hatte der Bundestag einhellig die gewaltsamen Proteste in arabischen Staaten verurteilt und muslimische Verbände in Deutschland zur Zurückhaltung aufgerufen. Zugleich forderten die Fraktionen einen "Dialog der Kulturen". Auslöser der teilweisen radikalen Proteste war die Veröffentlichung von zwölf Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung.

mik/ddp/ap/afp

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