Berlin - In dem Brief an die Zeitung fordert die iranische Botschaft neben einer Entschuldigung auch Wiedergutmachung. Es seien "die notwendigen Schritte für eine Wiedergutmachung dieses unmoralischen Aktes zu unternehmen", zitiert die Nachrichtenagentur dpa aus dem Schreiben.
Die am Freitag veröffentlichte Karikatur habe in Iran heftige Reaktionen ausgelöst, heißt es in dem Schreiben. "Die Botschaft der Islamischen Republik Iran in Berlin möchte Ihnen mitteilen, dass die Veröffentlichung der beleidigenden Karikatur bei allen Sportlern, beim iranischen Volk, und bei Sportfreunden in der ganzen Welt sowie auch bei den in Deutschland lebenden Iranern Abscheu und Empörung ausgelöst hat." Die Fußballweltmeisterschaft sei eine große Verantwortung, die diesmal der Bundesrepublik übertragen worden sei. Auch die Medien müssten beweisen, dass sie "Verantwortung für die Veranstaltung dieses großen Events" übernehmen könnten.
Der "Tagesspiegel" erklärte heute Abend, der Zeichner Klaus Stuttmann habe ein innenpolitisches Problem dargestellt. Er habe die Diskussion über einen Einsatz der Bundeswehr während der WM thematisiert. Damit solle "ironisch-überspitzt" die Unnötigkeit eines solchen Einsatzes dargestellt werden. Stuttmann habe bereits drei Morddrohungen bekommen. Der Karikaturist selbst erklärte: "Ich bin dagegen, dass Soldaten bei der WM eingesetzt werden und versuchte meinen Standpunkt zu verdeutlichen, indem ich den Vorschlag ins Absurde zog."
Stuttmann habe drei Morddrohungen erhalten und befinde sich sicherheitshalber nicht mehr in seiner Wohnung, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters "Tagesspiegel"-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff. Der Polizeiliche Staatsschutz sei mit den Ermittlungen beauftragt.
Der "Tagesspiegel" hatte am Freitag eine Karikatur gedruckt, die iranische Fußballspieler mit umgeschnallten Bombengürteln neben Bundeswehrsoldaten in einem deutschen Fußballstadion zeigt. Darüber steht: "Warum bei der WM unbedingt ... die Bundeswehr zum Einsatz kommen muss".
reh/ler/AFP/reuters/dpa
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