Berlin - Beckstein (CSU) attestiert dem türkischen Kassenschlager Integrationsfeindlichkeit. Nachdem bayerische Sicherheitsbehörden, die in den Kinosälen die Reaktionen der Zuschauer auf "Tal der Wölfe" beobachtet und ihren Innenminister über Szenenapplaus informiert hatten, sagte er am Dienstagmorgen in einer Radiosendung: Während der Vorführungen sei es unter den Zuschauern zu einer "starken Emotionalisierung" gekommen. Es sei "in dem Augenblick, wenn die Amerikaner gedemütigt werden", geklatscht worden.
Beckstein folgerte aus diesen Beobachtungen, "Wirkungen, die alles andere als dazu dienen", dass sich junge Menschen in Deutschland integrieren wollen. "Und damit sehen wir den Film als sehr integrationsfeindlich und in der aktuellen Situation auch als gefährlich an."
Das türkische Massenblatt "Hürriyet" hatte die Meldung heute aufgegriffen und berichtet, Becksteins Ermittler wollten besonders darauf achten, wer in den betreffenden Szenen besonders viel Beifall gespendet habe.
Aus dem Innenministerium Bayerns hieß es gegenüber SPIEGEL ONLINE dazu: "Wenn Sicherheitsbehörden die Reaktionen auf einen Film, der stark nationalistisch, anti-westlich und anti-semitisch ist, nicht beobachten würden, "haben sie ihre Hausaufgaben nicht gemacht."
Der Vorsitzende des Islamrats, Ali Kizilkaya, sagte der Nachrichtenagentur ddp, der Film sei "bedenklich" und nicht "integrationsfördernd". Gleichzeitig kritisierte Kizilkaya die Forderungen von Unionspolitikern, "Tal der Wölfe" abzusetzen. Man müsse sich vielmehr in Diskussionen über den Film auseinandersetzen.
Anna Reimann, ddp
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