Leipzig - Die "Leipziger Volkszeitung" berichtet, Fraktionschef Lafontaine habe am Donnerstag auf einer Wahlveranstaltung der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) in Schöneberg-Kübelberg die Konkurrenten der Linksfraktion im Bundestag als "Schweinebande" bezeichnet. Im Bundestag säßen "Plapperfritzen". Lafontaine habe vor rund 80 Zuhörern gesagt, die Bürger hätten zu Recht den Eindruck, dass "die ganze Bande im Bundestag, die da sitzt", alle in einen Sack gesteckt und geprügelt gehörten, weil der Richtige schon dabei sein werde.
Lafontaine sagte jedoch am Abend in der ARD, er habe mit dem Begriff "Schweinebande" nicht die anderen Parteien im Bundestag gemeint. Vielmehr habe er damit das Verhalten von Unternehmen kritisiert, dass man "bei exorbitanten Gewinnen noch Leute rausschmeißt". Dafür habe er kein Verständnis. "Das ist 'ne Schweinebande, die das macht. Ich sage das auch hier", fügte er hinzu.
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) warf Lafontaine vor, mit derartigen Angriffen um die Stimmen rechtsradikaler Wähler zu werben. Dies sei ein klar erkennbares Kalkül. "Lafontaine fischt damit ganz bewusst am rechtsradikalen Rand. Er will damit ganz eindeutig den Protestbereich einfangen, der früher immer ganz rechts gewählt hat", sagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende dem Blatt. Die rechtsradikale NPD verwende dieselben Parolen. "Solche Sprüche von einem zu hören, der immer den Oberlinken gespielt hat, ist schlicht eine Sauerei", kritisierte Beck.
Kritik kam auch von den Grünen. Deren Fraktionschef Fritz Kuhn forderte Lafontaine auf, "sich im Bundestag in aller Form zu entschuldigen". Die Äußerungen Lafontaines seien eine "antidemokratische Entgleisung", kritisierte Kuhn in Berlin. Damit leiste Lafontaine "dem Rechtspopulismus gegen die parlamentarische Demokratie Vorschub".
FDP-Präsidiumsmitglied Birgit Homburger kritisierte ebenfalls, die von Lafontaine gewählten Worte seien die "Sprache von Feinden der Demokratie, vor allem von Rechtsextremen". Homburger forderte die Links-Fraktion auf, sich von den "unerträglichen Äußerungen" Lafontaines klar zu distanzieren.
ffr/ddp
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