Berlin - "Als Ökologe fühlt man sich bei den Grünen mittlerweile ziemlich einsam", sagte Loske. Gegen die Empfehlung von Fraktionschefin Renate Künast hatte die Fraktionsmehrheit nach Teilnehmerangaben bei der Suche nach einem atomaren Endlager für einen Entwurf von Jürgen Trittin aus seiner Zeit als Umweltminister und gegen den Loskes gestimmt. Künasts soll noch versucht haben, Loske von seinem Schritt abzuhalten. Loske war seit 2002 Grünen- Fraktionsvize und Koordinator des Umwelt-Fraktionsarbeitskreises.
Der 47-Jährige verband seine Rücktrittserklärung mit deutlicher Kritik an der eigenen Fraktion. Mit der Entscheidung zur Endlagersuche komme eine Geringschätzung gegenüber dem zuständigen Arbeitskreis zum Ausdruck, "die für eine Umweltpartei bedrohlich ist", sagte Loske.
Bei dem Streit ging es darum, ob die Betreiber der Atomkraftwerke (AKW) oder die öffentliche Hand mit der Suche nach einem Atommüll-Endlager beauftragt werden. Der Trittin-Entwurf sieht vor, dass die AKW-Betreiber dies übernehmen, damit ihnen die Kosten von mehreren hundert Millionen Euro aufgebürdet werden können.
Loske und der Arbeitskreis Umwelt plädierten dagegen für eine Federführung der öffentlichen Hand. Seinen Fraktionskollegen warf Loske vor, sie hätten dem "Argument, es müsse jede auch nur scheinbare Distanzierung von grüner Regierungsbeteiligung unbedingt vermieden werden, höheren Stellenwert eingeräumt als den Sachargumenten des Arbeitskreises Umwelt".
Die Endlagersuche wird bei den Grünen seit vielen Monaten intensiv und kontrovers diskutiert. Die Frage rührt an ein Gründungsthema der Grünen, deren Wurzeln zurückgehen auf die Anti-Atomkraft-Bewegung. Eine Rolle gespielt haben dürfte aber auch das persönliche Verhältnis von Loske und Trittin, das in der Amtszeit Trittins von Rivalität geprägt war.
doe/reuters/dpa
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