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19.04.2006
 

Atom-Streit

Lafontaine sagt Iran-Reise ab

Oskar Lafontaine wird vorerst nicht nach Iran reisen, um im Atom-Streit zu vermitteln. Der Chef der Linksfraktion im Bundestag könne wegen Terminschwierigkeiten nicht nach Teheran reisen, hieß es.

Berlin - Lafontaine wollte mit Parlamentsmitgliedern über Möglichkeiten sprechen, einen militärischen Konflikt wegen des iranischen Atomprogramms zu verhindern.

Die Linksfraktion erhebt laut Sprecher Hendrik Thalheim jedoch nicht den Anspruch, Einfluss auf die Entwicklungen nehmen zu können. "In erster Linie sollte es eine Informationsreise werden, um Gesprächsfäden vor Ort zu knüpfen", sagte der Sprecher. Lafontaine habe außerdem geplant, in Teheran über eine von der Linksfraktion vorgeschlagene Friedenskonferenz für den Mittleren Osten zu sprechen. Ein neuer Termin für die Reise stehe noch nicht fest.

In dem Atom-Streit mit Teheran bauen die USA auf internationale Rückendeckung für ihre Forderungen nach Sanktionen. Sowohl in der Gruppe der acht führenden Industrieländer als auch bei den ständigen Mitgliedern im Uno-Sicherheitsrat gebe es eine Mehrheit für mögliche Strafmaßnahmen im Atomstreit mit Teheran, erklärte US-Staatssekretär Nicholas Burns heute nach Gesprächen in Moskau. "Fast jedes Land erwägt Sanktionen irgendwelcher Art, und das ist neu", sagte der Staatssekretär des Washingtoner Außenministeriums. Die Vetomächte China und Russland haben allerdings wiederholt ihren Widerstand gegen Sanktionen deutlich gemacht. Burns betonte nach Berichten russischer Nachrichtenagenturen zugleich, die USA hätten die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung noch nicht aufgegeben.

hen/AP

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